Familie

Ab wann drehen sich Babys? (alles, was du wissen musst)

Baby und Eltern

Mit der Geburt eines Kindes verändert sich das ganze Leben. Aus Partnern werden Eltern und die neue Hauptrolle im Leben der Kinder bringt auch eine Reihe neuer Aufgaben mit sich. Das erste Jahr im Leben deines Babys ist geprägt von Veränderung. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Kleinen nicht etwas Neues lernen. Eine spannende, aber oft auch fordernde Zeit für die Eltern.

Zuerst einmal: Jedes Baby entwickelt sich anders

Hat sich der Alltag mit dem Kind erst einmal eingespielt, merkt man schnell, dass auch ein Baby einen ganz eigenen Charakter hat. Vom Schreibaby bis zum pflegeleichten Dauerschläfer ist fast alles möglich. Die Entwicklung verläuft bei den Kindern ganz unterschiedlich. Manche überspringen Entwicklungsschritte, andere brauchen ein paar Wochen länger.

Auch wenn es Richtwerte dafür gibt, wann Kinder welche Fähigkeit erlernen, ist es noch lange kein Grund zur Sorge, wenn der eigene Nachwuchs ein wenig länger braucht. Konzentriere dich voll und ganz auf dein Kind und gib ihm die Unterstützung, die es braucht. Dass andere Kinder früher, oder später dran sind ist völlig normal und kein Grund zur Sorge.

Ab wann drehen sich Babys?

Das Neugeborene verbringt sehr viel Zeit mit Schlafen. Der erste Monat ist geprägt von Schlafen, Trinken und Stuhlgang. Aber bereits im zweiten Monat entdeckt das Kind seinen Körper. Erste motorische Entwicklungen finden statt und das erste Lächeln begeistert Vater und Mutter. Zuerst werden die Hände wahrgenommen.

Die kindlichen Reflexe lassen nach und das Baby beginnt damit, die Arme zu bewegen. In den kommenden Wochen wird die Koordination der Hände immer besser. Die Kleinen greifen schließlich mit etwa vier Monaten aktiv nach Spielzeug. Zunehmend entdecken Sie auch ihre Beine, die mit wildem Strampeln trainiert werden.

Babyhand greift

Drehen – ein Meilenstein

In den ersten Monaten kannst du dich darauf verlassen, dass du dein Baby dort wiederfindest, wo du es abgelegt hast. Die Kinder sind in der ersten Zeit nicht mobil. Auch die Zeit auf dem Wickelaufsatz ist in den ersten Monaten noch unproblematisch.

Auch wenn die Kleinen heftig strampeln, bleiben sie doch ziemlich ruhig auf dem Rücken liegen. Natürlich darf man sein Kind niemals unbeaufsichtigt auf der Wickelkommode liegen lassen, aber vorerst muss man sie nicht festhalten, damit sie nicht herunterfallen. Sobald sie sich aber drehen können ändert sich das.

Nach etwa einem halben Jahr lernt dein Kind, sich vom Rücken in die Bauchlage zu drehen. Manche ein wenig früher, manche etwas später. Mit dem Drehen startet aber in jedem Fall eine neue Lebensphase deines Kindes. Der Bewegungsradius erweitert sich. Zusammen mit den anderen Fertigkeiten, die das Baby bereits gelernt hat, kann es jetzt damit beginnen, die Welt auf eigene Faust zu erkunden.

Für die Eltern bedeutet das, dass das Umfeld des Kindes kindersicher gestaltet werden muss. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die nächsten Schritte folgen. Über kurz oder lang erobert das Kind die ganze Wohnung für sich.

Welche Entwicklungsschritte sind für dein Baby notwendig, um sich drehen zu können  

Das erste Drehen deines Babys ist die Folge einer sehr langen Entwicklung. Ein Leben lang hat sich das Baby auf diesen Schritt vorbereitet. Einerseits lernt das Kind, seine Umwelt wahrzunehmen. Die Augen sind etwa ab dem zweiten Lebensmonat in der Lage, die Umgebung bis zu einem Meter Entfernung klar wahrzunehmen.

Die Weiterentwicklung des Sehvermögens in den folgenden Monaten bedeutet für das Kind, dass es immer mehr Anreize wahrnimmt. Nach drei bis vier Monaten lernt das Baby gezielt, nach Dingen zu greifen, die es sieht – eine starke Motivation, den Bewegungsradius zu erhöhen.

Training für den Rücken

Das Strampeln mit Armen und Beinen trainiert die Muskeln deines Babys. Immer kräftiger werden die Bewegungen und auch immer koordinierter. Wichtig für die nächsten Schritte ist aber auch der Rücken. Der verhältnismäßig große Kopf ist schwer und das Neugeborene ist noch nicht in der Lage, ihn selbst zu halten. Das ändert sich aber rasant. Bereits im zweiten Monat lernen die Kleinen ihren Kopf in Bauchlage zu heben.

Was Anfangs noch ein kurzes Heben und Fallenlassen ist, wird mit der Zeit immer kontrollierter. Den Kopf von einer Seite auf die andere zu drehen ist der nächste Schritt. Schließlich hebt das Baby seinen Kopf hoch und hält ihn aufrecht, während es auf dem Bauch liegt: viel Überblick und ein gutes Training für Nacken und Rücken. Auch die Arme, auf denen es sich abstützt, profitieren von dem Training.

Dein Baby begreift die Welt

Anfangs sind die Fäuste des Neugeborenen noch fest geballt. Der Greifreflex ist dafür verantwortlich. Die Babys sind mit einer Reihe von Reflexen, die ihnen in den ersten Wochen helfen, ausgestattet. Ab dem zweiten Monat lockert sich der Griff. Dein Baby nimmt die eigenen Finger wahr und lernt, die Hände zu öffnen und zu schließen.

Bis etwa zum vierten Monat lernt es dann, nach den Dingen zu greifen, die es sieht. Dabei trainiert es sein räumliches Sehen und lernt, seine Hände bewusst zu steuern. Zusammen mit den anderen Entwicklungen legt dein Kind damit den Grundstein, sich auf den Bauch zu drehen.

Mutter und Kind

So kannst du das Drehen deines Babys fördern

In den ersten Wochen entwickelt dein Baby in erster Linie emotionale Bindungen. Auch wenn es sich selbstständig kaum bewegen kann, schreitet die körperliche Entwicklung ebenfalls laufend fort. Die Aufgabe der Eltern ist es, das Kleine bei seinen Bemühungen zu unterstützen und die Entwicklungsschritte zu fördern.

Von Anfang an ist es wichtig, dem Kind ein Gefühl für seinen Körper zu geben. Streicheleinheiten und Körperkontakt können dabei helfen, sich selbst im Raum wahrzunehmen. Das Neugeborene genießt die Berührungen und lernt ganz automatisch viel über seine Umwelt. Um dein Baby auf das drehen in Bauchlage vorzubereiten, kannst du es auf unterschiedliche Art anregen, zu üben.

Je nach dem Alter deines Kindes sind beispielsweise Spielzeuge als Anreiz wichtig. Glänzende Gegenstände, die man den Kleinen anbietet, können das Interesse wecken. Ein Mobile, das über dem Baby hängt, regt es an, sich umzusehen und animiert zum Greifen. Die bunten Figuren des Mobile dürfen dabei nicht zu hoch über dem Baby hängen.

Passendes Spielzeug bereitstellen

Das Greifen und die Koordination der Hand regst du auch mit Spielzeug an. Dabei musst du aber unbedingt darauf achten, dass das Spielzeug weich ist. Eine Kunststoffrassel ist zwar leicht und gut mit den kleinen Fingern zu halten, aber auch sehr hart. Das Baby strampelt mit Armen und Beinen und schüttelt dabei auch Spielzeug wild hin und her.

Rasch kann es sich mit einer Kunststoffrassel ins Gesicht schlagen. Auch Holzspielzeug ist für die ersten Greifversuche nicht geeignet. Es ist nicht nur hart, sondern auch schwer. Liegt das Baby auf dem Rücken, kann es schnell zu schmerzhaften Berührungen mit dem Holzspielzeug in der Hand kommen. Leichte und weiche Rasseln sind für die ersten Monate ideal.

Spielzeug für Baby

Dreh dein Baby auf den Bauch

Den Kopf zu heben ist eine wichtige Grundvoraussetzung für das Drehen und das spätere Krabbeln deines Kindes. Bei Kindern ist der Kopf im Verhältnis wesentlich größer und schwerer, als bei uns Erwachsenen. Ihn zu heben bedeutet für das Baby in den ersten Monaten eine körperliche Höchstleistung. Damit es lernt, ihn nicht nur zu heben, sondern auch zu halten, kannst du dein Kind immer wieder, wenn es wach ist, auf den Bauch legen.

Die Unterlage muss gepolstert sein, damit es sich nicht verletzen kann, wenn es den Kopf fallen lässt. Achte darauf, das nicht direkt nach der Mahlzeit zu machen. Solange es den Kopf noch nicht selbstständig heben kann, lass es nur ein paar Minuten auf dem Bauch liegen. Lass dein Kind dabei aber nicht allein. Es kann vorkommen, dass es den Kopf so dreht, dass es mit dem Gesicht auf der Unterlage liegt und im schlimmsten Fall keine Luft mehr bekommt.

Heben, drehen und halten

Als erstes lernt das Kind, den Kopf von einer auf die andere Seite zu drehen. Nach den ersten Versuchen, den Kopf zu heben, schafft es schließlich, sich auf die andere Seite zu legen. Während manche Kinder fast sofort sehr lange und sicher ihren Kopf heben können, ist es normal, wenn dein Kind mit drei Monaten dazu in der Lage ist.

Bis zum Alter von etwa vier Monaten beherrschen es fast alle Kinder. Jetzt sollte dein Kind auch viel Zeit auf dem Bauch verbringen. Hier hat es einen guten Überblick und trainiert den Rücken. Eine wichtige Entwicklung für das Krabbeln und später das Sitzen und Laufen.

Drehen üben

Liegt dein kleiner Liebling sicher und gern auf dem Bauch, hebt seinen Kopf und ruht sicher auf den Unterarmen, dann kannst du das Drehen üben. Deine Aufgabe dabei ist sehr einfach. Du legst dein Baby auf den Rücken und drehst seine Hüfte zur Seite. Greife dazu die Oberschenkel, oder direkt die Hüfte.

Den Oberkörper muss das Kind bei dieser Übung selbst nachdrehen. Du kannst ihm aber auch ein Spielzeug in die Hand geben und dabei den Arm über die Brust zur anderen Seite führen. In welche Richtung du dein Kind drehst, entscheidet es selbst. Achte darauf, auf welche Seite es den Kopf dreht. In diese Richtung drehst du beim Üben auch dein Kind.

Baby auf dem Bauch

Was muss ich beachten, wenn sich mein Baby drehen kann? 

Jede Entwicklungsstufe deines Kindes birgt neue Gefahren. Während es für die ersten Monate beispielsweise gefahrlos auf dem Wickeltisch liegt, oder man es auch mal auf dem Sofa ablegen kann, ändert sich das, wenn es sich umdrehen kann. Die neue Mobilität bedeutet auch Gefahr. Das Baby darf jetzt nicht mehr auf ungesicherten erhöhten Flächen abgelegt werden.

Es kann aus dem Bett der Eltern genauso fallen, wie von anderen Flächen, auf denen es bisher sicher gelegen hat. Der beste Platz ist jetzt der Laufstall, oder eine Decke auf dem Boden. Beides verhindert, dass der kleine Eroberer seitwärts herunterfällt. Aber das Drehen ist nur der erste Schritt in Richtung Mobilität der Babys.

Es geht vorwärts

Auf dem Bauch liegend lernt das Baby rasch, wie es sich vorwärtsbewegt. Dabei machen sich die Unterschiede zwischen den Kindern besonders deutlich bemerkbar. Manche ziehen sich mit ihren Händen vorwärts und lassen die Beine fast unbewegt hinter sich her schleifen. Andere schieben sich auf dem Bauch liegend mit den Beinen nach vorne.

Nicht jedes Kind wechselst vom Robben zum Krabbeln. Aber egal, wie der Nachwuchs sich durch die Wohnung bewegt, es ist jetzt an der Zeit, die Wohnung kindersicher zu gestalten.

So machst du deine Wohnung kindersicher

Es ist eigentlich ganz einfach erklärt, was man unter kindersicher versteht. Alles, was in der Reichweite des Kindes ist, darf ihm nicht schaden. Solange das Baby auf dem Bauch liegt, bedeutet das, dass bis zu einer Höhe von etwa 50 Zentimetern alles gesichert werden muss. Dazu gehören beispielsweise Steckdosensicherungen.

Noch gefährlicher sind aber Verteilersteckdosen, die auf dem Boden liegen. Das Kind kann sie greifen und sie in den Mund stecken. Alle Regale innerhalb der Reichweite des Kindes müssen gesichert werden. Zerbrechliche, scharfkantige und leicht zu beschädigende Gegenstände müssen weiter nach oben.

Aber auch Tischdecken können eine Gefahrenquelle sein. Sobald das Kind sie erreicht, wird es daran ziehen. So kann vom Tisch, oder aus einem höhergelegenen Regalbrett auch etwas herunterfallen und das Kind verletzen.

Dein Kind wächst

Es wird nicht lange dauern, dann zieht sich dein Kind an allem hoch, was in seiner Reichweite ist. Damit erhöht sich auch der Aktionsradius. Es erreicht jetzt Dinge auf dem Couchtisch, oder in weiteren Fächern.

Türen und Schubladen können geöffnet werden und müssen mit einer Sicherung versehen werden, sonst kann das Baby nicht nur den Inhalt ausräumen, sondern sich auch die Finger einklemmen. Die Wohnung zu sichern wird mit der zunehmenden Mobilität deines Kindes immer schwieriger.

Sobald es sich einmal drehen kann, geht es rasant weiter. Bald wird es durch die Wohnung laufen und alles erforschen, was es in die Finger bekommt. Damit dein Kind und dein Hausrat dabei keinen Schaden nehmen, musst du deine Sachen immer weiter nach oben räumen. Bis auf eine Höhe von etwa einem Meter ist nichts mehr vor deinem Baby sicher.

Eltern mit Kind

Dein Baby wird erwachsen

Sieht man sich das Neugeborene die ersten Wochen an, kann man nicht glauben, dass es sich später einmal zu einem aufgeweckten kleinen Menschen entwickelt. Mit Riesenschritten lernt das Kind fast täglich neue Fertigkeiten. Als Mutter, oder Vater ist es deine Aufgabe, es bei jedem dieser Schritte zu unterstützen.

Du musst dafür sorgen, dass es sich nicht verletzt und zur Stelle sein, wenn es sich einmal in eine ausweglose Situation manövriert. Dreht sich das Baby das erste Mal auf den Bauch, bedeutet das einen Meilenstein in der Entwicklung. Dein Kind wird mobil. Ein neuer Lebensabschnitt für das Baby und eine neue Herausforderung für dich beginnen.

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