Familie

Warum du nur einen einzigen Tipp beim Fliegen mit Kind brauchst

Fliegen ist nicht mein Ding. Ich finde, dass der Mensch einfach nicht dafür gemacht ist, 10.000 Meter in der Luft zu schweben.  Das fühlt sich einfach falsch an … ausgeliefert. Ist man einmal in der Luft, kommt man nicht mehr so schnell wieder runter. Ich würde es am liebsten vermeiden, wenn ich könnte. Aber man kommt damit einfach verdammt schnell von A nach B. Und da der Wunsch, die Welt zu sehen einfach größer ist, kommt es dann doch öfters vor, dass ich mich in der Luft wiederfinde.

Gut vorbereitet für’s Fliegen mit Kind?

Bei unserer nächsten Flugreise wird aber noch ein neuer kritischer Punkt dazu kommen. Nun fliegen wir nicht mehr alleine, sondern R. (15 Monate alt) fliegt auch mit. Das macht das ganze noch viel aufregender. Jetzt bin ich nicht nur selbst gefangen auf 10.000 Metern Höhe, sondern neben mir sitzt auch noch das aller Wichtigste in meinem Leben. Für jemanden wie mich mit Flugangst, keine schöne Vorstellung. Da will ich natürlich so gut wie’s geht vorbereitet sein. Und wer könnte da am Besten helfen? Richtig, Google!

Mit Google ist das so eine Sache. Meistens ist es echt nützlich, aber dann gibt es bestimmte Themen, die man lieber nicht googeln sollte (Zu welcher Krankheit gehören folgende Symptome …“) und dazu zählen Meinungen über das Fliegen mit Kind.

Kennt ihr das Video, in dem ein Kind 8 Stunden am Stück im Flugzeug schreit als hätte er die Hauptrolle im Exorzisten? Ich kenne es … in voller länge und ich hab keine Ahnung wie ich in dieser Ecke des Internets gelandet bin.

Außerdem bin ich noch auf ein Forum gestoßen, in der ein Vielflieger den Anstoß dazu gegeben hat, eine klare Trennung in Flugzeugen vorzunehmen: vorne die Familien mit den schreienden Kindern, Hinten (getrennt von einer schalldichten Wand, die anderen Reisenden. Prima Idee. Noch besser wäre es doch aber, wenn man den Familien gleich das Fliegen verbietet oder? Weinende Kinder sind schließlich eine absolute Zumutung. Diese grandiose Idee fand erschreckenderweise verdammt viele Befürworter.

Dann gab es noch einige schöne Beiträge, in denen das Fliegen mit Kindern absolut verteufelt wurde. Es weiß doch jeder, dass der Druckausgleich im Flieger so heftig ist, dass Kindern das Trommelfell und vielleicht sogar den ganzen Kopf platzen wird. Wer seinem Kind so etwas zumutet gehört eindeutig hinter Gittern! Das ist Körperverletzung. Und überhaupt … wieso müssen kleine Kinder denn schon so früh fliegen? Die Eltern sollten sich mal schön für ein paar Jahre zurückstellen und einfach mal vor der Haustür nach schönen Urlaubsorten suchen. In der Badewanne kann man auch gut schwimmen!

Zum Glück gab es dann aber doch noch ein paar Lichtblicke. Ich habe TATSÄCHLICH Beiträge von Menschen gefunden, die bereits mit Kindern geflogen sind UND überlebt haben. Und ich rede hier nicht nur von den Eltern. Die Kinder haben auch überlebt und zwar ohne geplatztes Trommelfell und gerissene Stimmbänder.

Wie war das möglich? Wurden die Kinder vor dem Flug sediert? War das komplette Flugzeug leer und niemand sonst hat das Drama in 10.000 Metern Höhe mitbekommen? Nein und jetzt kommt’s:

Die Eltern hatten einfach nur viele leckere Snacks und Spiele mitgenommen, sich mit dem Kind beschäftigt, es während Start und Landung etwas trinken lassen, damit der Druckausgleich leichter fällt und es beruhigend in den Schlaf gewogen. Du denkst dir jetzt wahrscheinlich: „Wie jetzt? Das wars? Das mach ich doch Zuhause auch!“ Ganz genau. Das war schon der ganze Zauber.

An Spitzentagen fliegen bis zu 200.000 Flugzeuge über unsere Köpfe hinweg. Das Flugzeug ist das sicherste Transportmittel der Welt und es gehört einfach zu unserem heutigen Leben dazu. Natürlich ist Fliegen für viele trotzdem noch eine Ausnahmesituation, etwas Besonderes, was für manche Kinder UND AUCH FÜR ERWACHSENE ziemlich aufregend sein kann. Warum machen wir es uns dann noch zusätzlich schwer und verkomplizieren das Ganze? Oder besser gesagt: Warum LASSEN wir uns das Fliegen mit Kindern so verkomplizieren? Denn sind wir mal ehrlich: Eigentlich geht es dabei nicht um uns oder das Kind, sondern nur um die anderen Fluggäste. Gäbe es dort oben nur uns und das Kind, wäre die Sache doch ziemlich einfach oder? Natürlich wäre dann auch nicht immer alles heile Welt und Sonnenschein, aber wir wären selbst viel entspannter und würden das Kind schon schaukeln. Eben genauso, wie wir es in unseren eigenen vier Wänden auch machen. Und wenn es mal Tränen und Geschrei gibt, stehen wir das auch durch und tun unser Bestmögliches, damit bald alle wieder Lachen können.

Wovor wir eigentlich am meisten Angst haben, sind die Blicke und Kommentare der anderen. Manche Eltern geben sogar den Tipp für alle anderen Fluggäste Ohrenstöpsel und Schokolade als Entschuldigung einzupacken, wenn das Kind dann doch mal etwas lauter wird. Die Idee ist ja eigentlich ganz nett, aber ich hätte schon noch gerne Platz für wichtigere Dinge in meinem Handgepäck und in der Sicherheitskontrolle könnte ein Koffer mit 10 Kilo Schokolade und 300 Ohrenstöpsel dann doch etwas komisch aussehen. Und sich dafür zu entschuldigen, dass man mit seinem Kind in den Urlaub fliegt und es Bedürfnisse nach Nähe, Essen oder Schlaf äußert, hat dann doch einen ziemlich faden Beigeschmack.

Während meiner ganzen Recherche zu dem Thema bin ich dann doch noch auf die Nadel im Heuhaufen gestoßen: der ULTIMATIVE Tipp für das Fliegen mit Kindern:

Lieber Eltern, bevor ihr das 20. Spielzeug in euren Handgepäckskoffer stopft und die 10. Folge Peppa Wutz auf euer Smartphone zieht, lehnt euch einfach mal zurück und stellt euch vor, wie es am Ziel eurer Reise ist. Seid ihr etwa auf dem Weg zu einer Weltreise, damit ihr eurem Kind die tollsten Ecken dieses Planeten zeigen könnt? Wollt ihr vielleicht das erste Mal mit euren Kindern im Meer schwimmen? Wie wunderbar. Und seht ihr da neben euch am Strand die anderen Fluggäste liegen, die euch entnervt anschauen und den Kopf schütteln? Nein? Ganz genau. Sollte der Flug tatsächlich die Schlimmste Zeit in eurem Leben werden, ist er nach wenigen Stunden auch wieder vorbei. Und die Wahrscheinlichkeit, dass euch euer meckernder Sitznachbar jemals wieder im Leben begegnet ist ziemlich, zieeeeeeeeemlich gering. Die Chancen auf einen guten Flug und einen wundervollen Urlaub sind dahingehen ziemlich hoch. Also bleibt einfach ganz entspannt und kümmert euch nicht, was die anderen Leute von euch denken.

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