Was sind digitale Nomaden? (alle Infos im Überblick)

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Freiheit, unangepasst sein, reisen und leben, wo auch immer es sich anbietet. Das Leben als digitaler Nomade offeriert dir ein Maximum an Eigenständigkeit abseits von Staaten, Wohnsitz und Arbeitgeber. Selbst als Familie ist es heute kein Problem mehr, einen digitalen, unabhängigen Lebensstil einzuschlagen. Im Fokus stehen dabei das ortsunabhängige Arbeiten und ein Höchstmaß an Flexibilität. Allerdings ist nicht alles Gold, das glänzt. Denn auch wenn Sätze wie „arbeiten, wo andere Urlaub machen“, gut klingen, stellt ebenso der Lebensstil als digitaler Nomade hohe Ansprüche an den Menschen.

Was sind digitale Nomaden?

Im Regelfall wird mit dem Begriff eine Person bezeichnet, die ortsunabhängig arbeitet und das eigene Leben ungebunden von Staaten realisiert. Dabei setzt diese auf digitale Technologien, um einer Arbeit nachzugehen. In den vergangenen Jahren haben sich in Deutschland vor allem Begriffe wie Büro- oder Internetnomade durchgesetzt. Jedoch ist und bleibt das wichtigste Kriterium die Ortsunabhängigkeit.

Der große Vorteil hiervon ist, dass es egal ist, ob du im Hotelzimmer, im wunderschönen Airbnb mit Ausblick oder im Café am Strand arbeitest. Denn als digitaler Nomade wird der Alltag so aufgebaut, dass es unabhängig vom Ort möglich ist, Geld zu verdienen. Dazu bedarf es meist nicht mehr als einem einigermaßen vernünftigen Notebook und selbstverständlich einer Internetverbindung. Damit besteht immer die Möglichkeit, einfach die Koffer zu packen und weiterzureisen. Egal, ob das Wetter zu schlecht, die Menschen zu unfreundlich oder die Location einfach nicht den Erwartungen entspricht.

Womit verdient ein digitaler Nomade sein Geld?

Im Grunde genommen kannst du als digitaler Nomade theoretisch mit allem Geld verdienen. So gibt es viele Möglichkeiten im Internet, die eine gute Basis schaffen können. Oder aber schon vor einer geplanten Abreise wird ein Konzept entwickelt, das als Beispiel einen Blog in den Fokus setzt oder aber es werden Jobs in Bezug auf das Programmieren, Texten sowie im Rahmen vom Webdesign angenommen. Es gibt also nicht den „einen“ Job. Viel mehr basiert die Auswahl der Tätigkeit auf den persönlichen Fähigkeiten. Ebenfalls spielt die Kreativität eine wesentliche Rolle. Denn im Gegensatz zu der 0815-Arbeitsstelle erzählt dir niemand, was du wann zu tun hast.

Fakt ist trotz aller Flexibilität jedoch ebenso: Das Leben als digitaler Nomade setzt vor allem, was die Arbeit betrifft, eine hohe Disziplin voraus. Schließlich gibt es üblicherweise keinen Chef, der einem sagt, wo es langgeht oder um welche Uhrzeit mit der Arbeit begonnen werden muss. Entsprechend ist Selbstmanagement ein wesentlicher Bestandteil.

Digitale Nomaden; ein neuer Trend?

Tatsächlich ist das digitale Nomadentum erst in den vergangenen zehn bis zwölf Jahren so richtig in Schwung gekommen. Der Grund hierfür liegt schlicht in den immer besser werdenden technischen Möglichkeiten. Menschen, die auswanderten, um anderenorts ihr Glück zu finden, gab es schon immer. Einen großen Zuwachs gab es jedoch erst mit der flächendeckenden Verfügbarkeit des Internets sowie Endgeräten, um über dieses zu kommunizieren.

Wer sich genauer mit dem Ursprung auseinandersetzt, wird früher oder später auf den Bestseller von Timothy Ferris „Die 4-Stunden-Woche“ stoßen. In der Bewegung gilt dieses in 35 Sprachen übersetzte Werk als Ausgangspunkt. Denn Ferris schreibt, wie aus Produktivität in der Kombination mit Glück unabhängiger Reichtum entstehen kann. Wer sich für das Thema „digitaler Nomade“ interessiert, sollte das Buch lesen.

Insgesamt lässt sich zudem festhalten, dass es in der Zwischenzeit viele Einzelpersonen, Paare und Familien gibt, die sich als digitale Nomaden durch die Welt bewegen; und es werden immer mehr. Denn die unabhängige Arbeitsform ist weiterhin auf dem Vormarsch. Insbesondere mit Blick auf die weltweite Krise zeigt sich, dass das Arbeiten im Homeoffice viele Vorteile hat und lässt Menschen umdenken, ob das, was bisher der Status quo war, überhaupt mit den eigenen Zielen zu vereinbaren ist.

Wie viele digitale Nomaden gibt es?

Offizielle Zählungen gibt es kaum. Schließlich bewegst du dich als digitaler Nomade überwiegend ungebunden durch die Welt. Wer sich an Aufenthaltsbestimmungen hält, der muss sich schließlich in keinem Land anmelden und ist somit ständig reisend. Ein Punkt, der in Bezug auf Versicherungen, Bankkonto und Geschäftskonto, aber auch die einfache Zustellung von Post häufig Kreativität voraussetzt.

Dennoch findet sich die eine oder andere Statistik im Internet. Ein Blick auf eine Aufstellung von Projectuntethered für die Vereinigten Staaten zeigt das Wachstum ziemlich deutlich. Waren es im Jahr 2018 noch 4,8 Millionen US-Amerikaner, hatten sich 2021 bereits mehr als 15 Millionen Menschen für den Lebensstil entschieden. Dabei reisten 17 Prozent der digitalen Nomaden in mehr als 5 Länder im Jahr. Rund die Hälfte von ihnen verdiente das gleiche oder mehr Gehalt als vorher. Interessant ist zudem das Verhältnis im Kontext der Zufriedenheit. Während von den Befragten lediglich 48 Prozent mit ihrem Leben vor dem Switch zum digitalen Nomaden zufrieden waren, sind es im Anschluss 81 Prozent.

Wie wird man digitaler Nomade?

Eine entscheidende Frage. Denn nicht jeder, der ortsunabhängig arbeitet, ist gleich ein digitaler Nomade. Schließlich kann ebenfalls im Homeoffice ohne einen verbindlichen Arbeitsplatz der Arbeit nachgegangen werden. Zentraler Bestandteil eines digitalen Nomaden ist die Unabhängigkeit von Ort, Zeit und Geld. Du entscheidest folglich selbst, in welchem Land und an welchem Ort du sein möchtest, wie du deine Zeit planst sowie wie und für wen du arbeitest. Hierdurch ergeben sich nicht nur viele verschiedene Möglichkeiten, sondern der Wechsel von Kulturen, Ländern und Umfeld liefert neue Impulse, Ideen und auch Lebensenergie.

Denn anstatt in einem Großraumbüro zu sitzen oder in einer Fertigungshalle mit künstlicher Beleuchtung zu stehen, kann der digitale Nomade ebenso drei Stunden am Strand in der Sonne liegen und seine Arbeit bei einem kühlen Getränk und dem Rauschen von Wellen erledigen. Ein weiterer Vorteil ist zudem der Umstand, dass die Lebenshaltungskosten in vielen Ländern schlicht deutlich niedriger sind als in Deutschland oder im europäischen Ausland.

Was hinlänglich als „Geo-Arbitrage“ bezeichnet wird, ist ein wesentlicher Pluspunkt für den Digitalnomaden. Denn zum Auskommen ist im Verhältnis weniger Arbeit nötig, da der Lebensunterhalt mit weniger Geld bestritten werden kann. Zudem ist für die möglichen Geschäftsmodelle keine hohe Investition nötig. Wie eingangs erwähnt, benötigst du nicht wesentlich mehr als einen funktionstüchtigen Laptop und eine Internetverbindung. Alles, was erwirtschaftet wird, kann folglich nahezu komplett für die Lebenshaltung ausgegeben werden.

Wichtiger Hinweis:

Als digitaler Nomade gibt es ebenfalls eine Vielzahl von Herausforderungen, auf die im Folgenden noch eingegangen wird. Allen voran jedoch steht der Punkt, dass digitale Nomaden häufig allein, als Paar oder auf die Familie begrenzt unterwegs sind. Daher braucht es insbesondere für den Notfall eine gute Vorbereitung, vor allem aus medizinischer Sicht. Schließlich sind gerade Deutsche einen sehr hohen Standard gewöhnt. Aus diesem Grund ist es wichtig, grundlegende Maßnahmen zu verinnerlichen.

Insbesondere die Erste Hilfe spielt hier eine entscheidende Rolle. Denn es geht darum, im Notfall richtig zu handeln und die wichtigsten Maßnahmen zuverlässig selbst ergreifen zu können. Vornehmlich die Erste Hilfe bei Kindern muss verinnerlicht werden. Wie der Ratgeber zur Ersten Hilfe für Erwachsene und Kinder der Shop-Apotheke zeigt, sind diese Maßnahmen kein Hexenwerk. Als digitaler Nomade müssen diese jedoch sitzen. In dem Leitfaden ist alles Essenzielle leicht verständlich zusammengefasst. Zudem kann die Seite als Lesezeichen für den Notfall gespeichert werden.

Darüber hinaus ist zu empfehlen, grundlegende Medikamente mit sich zu führen, sofern sie im Rahmen der Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes erlaubt sind. Beste Angebote hierzu finden sich selbstverständlich online. Unabhängig davon, ob es Schmerztabletten, Atemschutzmasken, Globuli oder Pflegeprodukte sein sollen; eine Grundausrüstung gilt es für den Digitalnomaden stets dabei zu haben.

Zwar gibt es in vielen Ländern eine gute Versorgung mit Arznei- und Hilfsmitteln. Wer jedoch abseits bekannter Touristenziele insbesondere als Familie unterwegs ist, darf auf eine solide Basisausstattung keinesfalls verzichten. Denn Krankheiten sind schlicht nicht planbar. Hinzu kommt, dass Deutsche häufig nicht mit den Speisen in fernen Ländern vertraut sind. Eine Diarrhö, die just am Tag des Weiterflugs in ein anderes Land auftritt, kann den digitalen Nomaden oder die Familie vor teure Probleme stellen. Aus diesem Grund ist es richtig und wichtig, medizinisch vorzusorgen und vor allem vorbereitet zu sein.

Herausforderungen als digitaler Nomade

Bisher sind vor allem die „Sonnenseiten“ des unkonventionellen Lebensstils beleuchtet worden. Allerdings gibt es auch viele Herausforderungen. Die Aussagen, dass es ein digitaler Nomade leichter hat als der reguläre Angestellte, stimmen überwiegend nicht mit der Realität überein. Instagram-Profile oder YouTube-Videos mögen etwas anderes vermitteln – so einfach wie häufig dargestellt ist es für den Großteil allerdings nicht. Entsprechend ist es zwar richtig, dass unabhängig buchstäblich von jedem Ort der Welt aus gearbeitet werden kann und häufig freie Zeiteinteilung ein wesentlicher Faktor ist, dafür tauscht der Digitalnomade jedoch einen großen Teil an Sicherheit gegen Herausforderung.

Während der durchschnittliche Deutsche eine feste Wohnung hat, muss sich der digitale Nomade ständig nach neuen Wohnungen, Hostels, Hotels oder Ferienhäusern umsehen. Zwar ist das zwischenzeitlich sehr gehypte Van-Life ebenfalls eine Option, aber auch hier braucht es Orte, an denen stehengeblieben werden kann. Insofern gilt es sich stets neu zu orientieren, Preise zu vergleichen und Reiserouten sowie Transportmittel zu organisieren.

Steuern: Wo werden diese bezahlt?

Wer arbeitet, muss im Regelfall Steuern bezahlen. Als digitaler Nomade allerdings ist das gar nicht so leicht, da es keinen festen Wohnsitz gibt. Somit steht die Frage im Fokus, wo der Digitalnomade seine Steuern zu zahlen hat. Das Problem in diesem Bezug ist, dass die Gesetzgebung in vielen Ländern diese Arbeitsform noch nicht oder nur sehr unzureichend steuerlich erfasst hat. Insofern bewegst du dich als digitaler Nomade im Graubereich. Allerdings bedeutet das nun nicht, dass das ein Freifahrtschein ist. Sinnvoll ist in jedem Fall eine rechtlich versierte Beratung durch einen Experten.

Generell lässt sich in diesem Kontext jedoch festhalten, dass in dem Land Steuern bezahlt werden müssen, in welchem sich der Digitalnomade überwiegend aufhält. Dieser Zeitraum kann durchaus variieren. Solltest du als Beispiel mehr als 183 Tage in Deutschland verweilen, müsste auf die in dieser Zeit erbrachten Leistungen Steuern abgeführt werden. Somit muss der digitale Nomade seinen Hauptwohnsitz in Deutschland abmelden und ohne festen Wohnsitz durch die Welt reisen sowie die maximale Aufenthaltsdauer im Zielland nicht überschreiten, um steuerlich nicht richtig fassbar zu sein.

Hinweis:

Die hier gegebenen Informationen ersetzen keine rechtliche Beratung! Zumal sich die Rahmenbedingungen schnell ändern können.

Was ist für den digitalen Nomaden zum Start wichtig?

Wer sich mit dem Gedanken auseinandersetzt, als Internetnomade tätig zu sein, tut gut daran, schon früh eine Idee zu entwickeln, was denn eigentlich geplant ist. Hierzu gehören Fragen wie:

  • Womit will ich Geld verdienen?
  • Welche Länder kommen für mich infrage?
  • Was für eine Tätigkeit macht mir Spaß?

Mithilfe der Antworten auf diese Fragen lässt sich bereits ein übersichtliches Bild davon zeichnen, wie die Zukunft als digitaler Nomade aussehen könnte. Im Anschluss geht es dann um den Businessplan. Hier spielen die individuellen Fähigkeiten eine entscheidende Rolle. Sinnvoll ist es folglich, sich primär auf diese zu fokussieren.

Die Frage nach dem jeweiligen Reiseland ist nicht nur für die Planung wichtig, sondern ebenfalls für die Herausforderung der Kundenakquise. Je nach Betätigungsfeld müssen kulturelle Gepflogenheiten ebenso bedacht werden wie kulturelle. So unterscheidet sich als Beispiel das Arbeitsfeld im asiatischen Raum doch grundlegend von dem hier in Deutschland.

Wie viel Geld braucht ein digitaler Nomade?

Für die Finanzierung der individuellen Pläne braucht es selbstverständlich die passenden finanziellen Mittel. Allerdings gibt es keine fixe Höhe, ab der du „digitaler Nomade sein kannst“. Im Grunde genommen könnte jeder mit einer guten Idee und dem, was er in der Tasche hat, los reisen.

Generell ist es jedoch vor dem Start empfehlenswert, einen Puffer aufzubauen, sodass nicht umgehend mit dem ersten Tag gearbeitet werden muss. Ebenso kann es nicht das Ziel sein, schon nach wenigen Wochen zurückkehren zu müssen. Insofern ist es sinnvoll, mithilfe der Planung der Reiseziele im ersten Jahr mindestens das zusammenzusparen, was für diese Zeit nötig ist.

Hilfreich ist in diesem Bezug, sich Städte und Länder auszusuchen, in denen die Lebenshaltungskosten niedrig sind. So kann das Maximum aus eingesetzter Zeit und Einnahmen herausgeholt werden. Darüber hinaus ist es wichtig, sich am Reiseziel über einige grundlegende Infrastrukturen zu informieren. Hierzu gehören Informationen wie:

  • Internetgeschwindigkeit vor Ort
  • gibt es Co-Working-Spaces
  • Durchschnittspreise für Miete und Lebensmittel sowie öffentlicher Transport
  • Möglichkeiten und Kosten der Freizeitgestaltung
  • gesetzliche Bestimmungen

Wie alt sind digitale Nomaden?

Wer den digitalen Lifestyle leben will, kann das grundsätzlich zu jeder Lebensphase tun. Der durchschnittliche US-amerikanische Digitalnomade ist statistisch allerdings etwa 32 Jahre alt. Doch ebenso ist diese Art durch die Welt zu reisen, auch für rüstige Senioren denkbar, insofern Körper und Geist mitmachen. Zudem hat ein digitaler Nomade im fortgeschrittenen Alter vielleicht schon ausreichend Kapital, sodass er den Fokus nicht zwingend auf das Geldverdienen legen muss.