Familie

Wie du dich vom mütterlichen Vergleichswahn nicht in die Enge treiben lässt

Niemand, der ein Kind bekommt kommt um diesen Satz herum:


„Vergleichen Sie Ihr Kind niemals mit anderen, denn jedes Kind ist individuell und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo.“ 

Und was tut man, wenn man so etwas liest? Richtig: Vergleichen! Das ist ungefähr so als würde ich sagen: Bitte denke jetzt nicht an eine Ente mit Sonnenbrille. Und zack, du tust es trotzdem. Dieses Phänomen kennt wohl jeder.

Aber was hilft wirklich, um der ewigen Vergleichsspirale zu entkommen? Mir hat es sehr geholfen, meinen Horizont zu erweitern und zu entdecken, wie andere Kulturen ihre Kinder groß ziehen.

Meistens ist es ja so, dass man eine kleine Gruppe von Müttern kennt, mit denen man Erfahrungen, Tipps und Tricks teilen kann. Was größtenteils unglaublich wertvoll ist, kann aber auch schnell dazu führen, dass man sich mit anderen vergleicht. In einer kleinen Gruppen von Müttern ist man eben schnell diejenige, die als letztes stillt, ihr Kind als letztes in die Kita gibt oder deren Kind immer noch nicht läuft. Das beste in so einer Situation ist es da, neue Vergleichswerte zu schaffen und seinen Kreis zu erweitern.

Während unserer Reise und der Recherche dafür habe ich spannende neue Dinge darüber erfahren, wie andere Mütter ihre Kinder in verschiedenen Teilen dieser Welt großziehen. Und genau das möchte ich hier mit euch teilen.

Thema 1 – feste Schlafenszeit

In Deutschland ist ein geregelter Tagesablauf sehr wichtig. Bei vielen Familien gibt es von Anfang an feste Essens- und Schlafenszeiten, von denen nur in seltenen Ausnahmen abgewichen wird. Die gängige Meinung ist, dass es für Kinder förderlich ist, einen festen Rhythmus zu haben. Zum einen gibt es den Eltern ein gewisses Maß an Kontrolle und zum anderen den Kindern eine Orientierung für den Tag. Die meisten Eltern, die wir kennen schicken ihre Kinder spätestens 20:00 Uhr ins Bett. Danach sollten Kinder auf keinen Fall mehr draußen sein.

Wie sieht das in anderen Ländern aus?

Wer nach 21:00 Uhr in wärmeren Ländern dieser Welt unterwegs ist, staunt nicht schlecht über die vielen Kinder, die zu dieser Uhrzeit noch auf den Straßen, Spielplätzen und in Restaurants unterwegs sind. In Spanien geht um diese Uhrzeit das Spielplatztreiben erst richtig los. Bisher waren wir in Spanien tagsüber meist alleine auf dem Spielplatz. Das liegt vor allem am Wetter. Tagsüber ist es hier oft viel zu heiß, um rauszugehen. Abend ist es dafür angenehm kühl und lange hell – die perfekten Bedingungen für das Spielen in der freien Natur. Das Kinder um diese Uhrzeit noch draußen sind, ist hier völlig normal. Die Spanier genießen Ihre Familienzeit mit vollen Zügen und möchten am Abend so lange wie möglich mit Ihren Kindern zusammen sein.

Thema 2 – Stillen

In Deutschland liegt die durchschnittliche Stilldauer bei ca. 7 bis 8 Monaten. Die Mehrheit ist der Meinung, dass ein Baby bis zu seinem 6. Lebensmonat voll gestillt werden sollte. Danach sollte mit Beikost angefangen und abgestillt werden. Das Stillen selbst hat also einen großen Stellenwert. Ganz darauf zu verzichten wird jedoch als genauso negativ angesehen, wie das Kind mit einem oder zwei Jahren noch zu stillen.

Wie sieht das in anderen Ländern aus?

Nicht nur die WHO empfiehlt es, Kinder bis zu Ihrem 2. Lebensjahr zu stillen, sondern auch der Koran. In islamischen Länden wird das Stillen als etwas ganz Wunderbares gefeiert. Hier darf nicht nur so lange gestillt werden wie es Kind und Mutter guttut, Kinder haben sogar das Recht darauf, gestillt zu werden.

Brasilien wird oft als Vorreiter beim Stillen angesehen, die vielen Muttermilchbänke in diesem Land haben die Säuglingssterblichkeit drastisch gesenkt. Hier genießen Frauen, die Stillen ein sehr hohes Ansehen. Das Stillen von älteren Kleinkindern in der Öffentlichkeit ist hier absolut normal. Das könnte vor allem daran liegen, dass hier die Werbung für industriell hergestellte Babynahrung verboten ist.

Thema 3 – im eigenem Bett schlafen

Obwohl sich in Deutschland ein kleiner Trend zum Familienbett erkennen lässt, ist die Mehrheit der deutschen Eltern jedoch der Meinung, dass ein Kind in seinem eigenem Bett schlafen sollte. In den meisten Familien ist es völlig legitim, dass ein Säugling in den ersten Monaten in einem Beistellbett im Zimmer der Eltern schläft. Nach ein paar Monaten sollte es jedoch alleine in seinem eigenen Zimmer schlafen. Kinder, die das nicht tun, werden als anhänglich und unselbständig angesehen.

Wie sieht das in anderen Ländern aus?

In anderen Ländern stellt sich oft gar nicht die Frage, ob ein Kind im eigenen Zimmer oder bei den Eltern schläft. In Asien ist es zum Beispiel gängige Praxis, dass die ganze Familie zusammenschläftlaut einer Umfrage dürfen in China 90 % der Kinder bei Ihren Eltern schlafen.

Jede Familie ist anders und jede Mutter und jeder Vater hat Gründe für seine Art der Erziehung. Bei so viel Individualismus stößt man natürlich auch auf Widerstand und gerät etwas ins Straucheln. Wenn ihr euch das nächste mal so fühlt, als würdet ihr gegen den Storm schwimmen und euch nicht sicher seid, ob ihr den richtigen Weg geht, hört euch ein wenig um und sucht euch Gleichgesinnte. Irgendwo auf dieser großen weiten Welt gibt es garantiert Familien (oder gleich ganze Länder!!), die genauso denken und handeln wie ihr.

Heutzutage gibt es in Sachen Kindererziehung so unglaublich viele Möglichkeiten und wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass wir die Freiheit haben, uns das Beste aus allem herauszupicken. Selbst, wenn der Weg den du wählst ganz anders ist als der, den die anderen in deinem Umfeld wählen, kann er doch der Richtige sein, solange deine Familie damit glücklich ist. Mach dir den Blick über den Tellerrand zunutze, um dir den Rücken zu stärken, aber auch, um anderen Familien und Ihren kreativen Erziehungsstil mit Offenheit zu begegnen.

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