Die Wohnung kindersicher machen: So klappt es einfach und schnell

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Die Neugier liegt in der Natur des Menschen. Besonders Kinder sind ständig auf Entdeckungsreise und erkunden ihre Umgebung gerne ausgiebig. Spätestens wenn die Kleinen mobil sind, gilt es, alle Gefahrenquellen im Haushalt zu beseitigen. Dabei stellen nicht nur Steckdosen in Bodennähe ein Sicherheitsrisiko dar. Wer seine Wohnung kindersicher machen will, sollte viele weitere Dinge beachten.

Wann sollte ich anfangen, meine Wohnung kindersicher zu machen?

Die Wohnung sollte ein paar Wochen vor der Geburt kindersicher gemacht werden, damit sich die letzte Phase der Schwangerschaft entspannt verbringen lässt. Wenn das Neugeborene erst einmal da ist, fehlt einem sehr wahrscheinlich die Zeit, denn alle Aufmerksamkeit gilt dem kleinen Menschen. Übermüdeten Eltern fehlt nach der Geburt eventuell die Weitsicht, um potenzielle Gefahren zu erkennen. Kindersicherungen können schon sehr früh angebracht werden. Je größer Babys werden, desto größer wird auch der Radius ihrer Erkundungstouren. Das frühzeitige Sichern der Wohnung beugt unaufmerksamen Momenten vor und schützt die Kleinen vor Schäden. Eine gute Vorbereitung erspart unnötigen Stress und man ist bereits für die mobile Phase des Kindes gut gewappnet.

Mutter und Kind

Was muss ich machen, um meine Wohnung kindersicher zu machen?

Wie bereits erwähnt, gibt es beim Sichern der Wohnung viel mehr zu beachten als nur den Steckdosenschutz. Wir zeigen dir die wichtigsten Punkte:

Die erreichbaren Steckdosen sichern

Steckdosen stellen für Babys und Kleinkinder eine Gefahr dar. Die Löcher der Energiequelle verlocken einfach dazu, die eigenen Finger oder einen Gegenstand hineinzustecken. Mit einer Kindersicherung lassen sich solche lebensgefährlichen Aktionen vermeiden. Die speziellen Aufsätze schützen vor Stromschlägen und sollten in jedem Zimmer angebracht werden. Dabei sind nicht nur Steckdosen in Bodennähe zu sichern. Die Kleinen werden besonders in der frühen Lebensphase viel herumgetragen und können im ungünstigen Fall in die Nähe einer höher gelegenen Steckdose gelangen. Einige Hersteller bieten Steckdoseneinsätze an, die die Steckdosen kindersicher, aber trotzdem noch nutzbar für die Eltern macht. Achte am besten auch darauf, dass keine schmalen, langen Gegenstände herumliegen, die das Kind in die Öffnung stecken könnte.

Steckdosen in der Wohnung kindersicher machen

Herunterhängende Kabel und Tischdecken außer Reichweite bringen

Herunterhängende Kabel von elektronischen Geräten wie Tischlampen, Wasserkocher, Toaster, Föhn und Co. sollten gut verstaut werden. Während ihrer Entdeckungstour können Kinder danach greifen und sich eventuell durch das Herunterfallen des Geräts sehr schwer verletzen. Um den Fall der Fälle zu vermeiden, sind die Kabel besser außer Reichweite zu bringen. Darüber hinaus sollte nach dem Gebrauch stets der Netzstecker gezogen werden. Ein möglicher Kontakt mit Elektrizität ist im Allgemeinen unbedingt zu unterbinden. Von der Nutzung langer Tischdecken ist ebenfalls abzuraten. Auch hier können Babys und Kinder danach greifen und durch herunterfallende Gegenstände unnötig Schaden nehmen. Die Kabel in der Nähe des Kinderbetts, die zum Beispiel zu Nachtlampen oder dem Babyphone gehören, sollten ebenfalls nicht lose befestigt werden, sondern entweder straff und sicher an der Wand oder am besten mit großem Abstand zum Kind hängen.

Kind stürzt, weil Wohnung nicht kindersicher ist.

Spitze Kanten entschärfen

Spitze Ecken von Tischen und anderen Möbeln sollten lieber gesichert werden. Eine Möglichkeit hierbei ist, die Einrichtungsgegenstände in andere Räumlichkeiten zu stellen oder mobile Babys und Kleinkinder nicht in die Nähe zu lassen. Eine einfachere und sichere Lösung ist ein Eckschutz aus dem Handel, der auf die spitze Kante gesteckt wird. Mit zahlreichen Lagen Paketklebeband kann die Gefahr scharfer Kanten ebenso gemindert werden, allerdings wirkt das entsprechende Möbelstück dann etwas verunstaltet. Den Eckschutz gibt es in diversen Farben und Formen zu kaufen. Ganz dezente Modelle erscheinen im Einsatz fast unsichtbar, andere Plastikaufsätze sind sogar echte Hingucker. Die weichen Rundungen vermindern das Risiko, dass sich die Kleinen an spitzen Kanten verletzen deutlich.

Giftige Pflanzen in höher stellen

Bei Zimmerpflanzen solltest du ebenfalls vorsichtig sein. Babys und Kleinkinder stecken fast alles in den Mund und sind deshalb vor giftigen Dingen zu schützen. Der Weihnachts- und Ritterstern, die Flamingoblume, der Gummibaum und das Fensterblatt sind nur eine geringe Auswahl giftiger Pflanzen. Wenn der Nachwuchs Teile davon verschluckt, können Übelkeit, Schwellungen oder Schlimmeres die Folge sein. Auch die Beeren der Stechpalme sehen in den Augen von Kindern anziehend aus. Das Essen dieser hat verheerende Auswirkungen. Bedenkliches Grünzeug sollte nicht in Bodennähe stehen, um die potenzielle Gefahr aus dem Weg zu räumen. Ob die Pflanze giftige Inhaltsstoffe aufweist, kann im Gartencenter oder Blumenhändler erfragt werden. Ein Blick ins Pflanzenbuch oder Internet schafft ebenfalls Abhilfe.

Pflanzen wegräumen, um Wohnung kindersicher zu machen

Verschluckbare Kleinteile wegräumen

Bei Babys, die schon krabbeln können, sind alle Arten von verschluckbaren Kleinteilen zu entfernen. Batterien, Magnete oder Ringe sind besonders gefährlich. Münzen können von den Kleinen ebenfalls leicht verschluckt werden und sollten in jedem Fall unerreichbar sein. Batterien oder Knopfzellen sollten so angebracht sein, dass Kinder sie nicht herausnehmen können. Die Kleinteile können in der Speiseröhre hängen bleiben und zu fatalen Folgen führen. Gelangen sie in den Magen und Darm, sind ebenfalls Komplikationen zu fürchten. Besonders bei Kindern unter drei Jahren dürfen sich keine verschluckbaren Kleinteile in der Umgebung befinden.

Medikamente und Reinigungsmittel wegschließen

Es gibt viele Dinge in der Wohnung, die für Kinder tabu sind. Medikamente und Reinigungsmittel sind für die Kleinen eine gefährliche Angelegenheit. Das Verschlucken der Substanzen führt zu gesundheitlichen Schäden. Medikamente und Putzmittel sollten an einem Ort aufbewahrt werden, zu dem das Kind keinen Zugang hat. Die Chemikalien in den Reinigungsmitteln können schwere Verätzungen verursachen. Auch Scheren und Besteck, Streichhölzer und Feuerzeuge sind am besten wegzuschließen oder gut zu verstecken. Mit Multischlössern, Schubladen- und Schranksperren kann man die für Kinder gefährlichen Dinge optimal wegschließen. Die Risiken sind auf diese Weise deutlich verringert.

Treppen sichern

Es dauert zwar einige Monate, bis sich Kleinkinder alleine fortbewegen können, aber sobald sie dann mobil sind, will jeder Winkel im eigenen Zuhause entdeckt werden. Wenn es im Haus oder in der Wohnung Treppen gibt, sind diese unbedingt abzusichern. Werdende Eltern sollten am besten frühzeitig an den Einbau eines Schutzgitters denken. Die Modelle werden an die vorhandene Treppe angepasst. Die integrierten Türen können von Kinderhänden nicht geöffnet werden, dadurch sind die Kleinen auf ihrer Entdeckungsreise vor einem Treppensturz optimal geschützt. Wenn das Kind die Treppe nutzen darf oder im Beisein der Eltern erste Berührungen mit den Stufen wagt, sollten glatte Oberflächen mit einem Gleitschutz versehen werden. Bei glatten Treppenstufen kann es schnell passieren, dass das Kind ausrutscht und sich verletzt. Zudem ist ein solcher Schutz bei rutschigen Treppen auch für das eigene Wohl eine sinnvolle Investition.

Gefahren in der Küche beseitigen

Die Küche ist für Babys und Kleinkinder einer der spannendsten Orte in der ganzen Wohnung. Aus dieser Richtung kommen leckere Düfte und die Kleinen wollen gern wissen, warum Mama und Papa ständig in diese Richtung verschwinden. Der Herd birgt ein großes Gefahrenpotenzial. Heiße Herdplatten sind für die zarten Kinderhände fatal. Um die Kleinen vor Verbrennungen zu bewahren, ist ein Herdschutz ideal. Dieser umschließt die erhitzte Kochfläche wie ein Zaun von drei Seiten. Mit einer Höhe von ungefähr 20 Zentimetern ist es dem Nachwuchs nicht möglich, an heiße Herdplatten oder an stark temperierte Töpfe und Pfannen zu gelangen. Es gibt auch Schutzgitter für den Herd, die an der Kante der Arbeitsplatte montiert werden. Nach dem Zubereiten der Speisen klappt man diese einfach an einem Scharnier um und sichert die Gefahrenquelle somit ab.

Küche kindersicher machen

Was muss ich in Zukunft beachten, um Unfällen vorzubeugen?

Mit zunehmendem Alter des Kindes steigt auch seine Mobilität. Bald wird das Klettern interessant und Dinge, die zuvor noch unerreichbar erschienen, sind plötzlich eine Gefahr. Offene Fenster haben schon mehrmals zu tödlichen Unfällen beigetragen. Damit der Nachwuchs keine Gegenstände aus dem Fenster werfen oder sogar selbst herausfallen kann, sind diese ab einem gewissen Alter mit einer Fenstersperre zu sichern. Die Sperren sind abschließbar und in einer gewünschten Stellung fest justierbar. Auf diese Weise kann man sichergehen, dass das Kind das Fenster nicht weiter öffnen kann oder sich die kleinen Finger einklemmt. Man sollte versuchen, die Wohnung mit Kinderaugen zu sehen, um mögliche Sicherheitsrisiken zu erkennen. Wacklige Einrichtungsgegenstände, auf denen eventuell Kletterübungen betrieben werden, sind zu entfernen oder müssen einen festen Stand haben. Feuerzeuge und Streichhölzer sind mit zunehmenden Alter gefährlich für Kinder. Die Kleinen sind in der Regel ziemlich clever und haben die Funktionsweise schnell herausgefunden. Damit es zu keinen Verbrennungen oder einem Wohnungsbrand kommt, sind solche Objekte stets von den Händen der Kinder fernzuhalten.

Fenster kindersicher machen

Gibt es spezielle Tipps, um meine Wohnung babysicher zu machen?

Ein Baby begegnet seiner Umgebung ausschließlich mit Neugier. Alles muss erst entdeckt werden und ist dementsprechend spannend. Objekte, die die Kleinen erreichen können, werden angefasst, es wird an ihnen gezogen und die Gegenstände werden fast auch immer mit dem Mund getestet. Zum Schlafen sollten alle Spielsachen aus dem Gitterbett entfernt werden. Wenn sich die Kleinen selbst am Gitter hochziehen können, ist es ratsam, die Matratze auf die niedrigste Stufe zu stellen. Der Einstieg des Bettes ist stets abzuriegeln, wenn man nicht im Raum ist. Sobald das Baby krabbeln kann, muss die Wohnung komplett kindersicher sein. Die Räumlichkeiten stellen ein riesiges Forschungsgebiet dar, das es zu entdecken gilt. Für sitzende Aktivitäten sollten nur robuste und stabile Stühle mit einem Sicherheitsgurt genutzt werden. Stühle zum Einklemmen sind an Tische anzubringen, die einen sehr festen Stand aufweisen und nicht umfallen können. Große Glasflächen, wie etwa bei Terrassen- und Balkontüren oder von Vitrinen sollten mit bunten Aufklebern versehen werden, damit das Baby diese wahrnimmt und sich nicht daran stößt.

Generell gilt: Lass das Kind nicht unbeobachtet und schaffe eine sichere Spielumgebung in eurem gesamten Zuhause.

Fazit

Wenn du die Wohnung frühzeitig kindersicher machst und alle bekannten Gefahrenquellen beseitigst, kannst du dich nach der Geburt vollkommen auf den Nachwuchs konzentrieren und musst dich nicht zusätzlich mit Sorgen belasten. Neugeborene nehmen äußerst viel Zeit in Anspruch und lassen Eltern eventuell unaufmerksam hinsichtlich potenzieller Risiken werden. Nicht nur Steckdosen und gefährliche Substanzen sind Kinderhänden unzugänglich zu machen. Wer die angegebenen Tipps berücksichtigt, ist auf der sicheren Seite.

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