Airbnb Erfahrungen: Wir haben 6.214,14 € auf Airbnb ausgegeben und Folgendes gelernt

Letztes Update:

Wenn man bei Google „ Airbnb Erfahrungen“ eingibt, ist der erste Beitrag, den man sieht, von Trustpilot:

Oha, nicht sehr einladend. Wenn ich gerade überlege, Airbnb zum ersten Mal zu nutzen, wäre ich nun eher geneigt, mich nach Alternativen zur Reiseplattform umzusehen.

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Allerdings entsprechen die schlechten Bewertungen nicht wirklich dem, was wir von Airbnb in den letzten Jahren kennengelernt haben. Natürlich wird es, so wie überall sonst auch, die ein oder andere schlechte Erfahrung geben. Auch wir haben uns schon mal in die Nesseln gesetzt. Grundsätzlich lieben wir den Service aber und nutzen ihn fast jedes Mal, wenn wir auf Reisen sind. Nach all den Jahren mit dem Service haben wir natürlich schon einiges erlebt.

Unsere Airbnb Erfahrungen

#1 Die Wohnungen sind meistens nicht besser als auf den Bildern.

Auf Airbnb gibt es viele Gastgeber, die nicht extra einen professionellen Fotografen engagieren, um tolle Bilder von ihrer Wohnung machen zu lassen. Diese Wohnung haben meist nicht so spektakuläre Bilder, können aber durchaus charmant wirken und sind meistens etwas billiger als andere Wohnungen. Irgendwie denkt man sich dann manchmal, dass die Wohnung sicher größer als auf den Bildern ist, vielleicht einfach nicht alle Ecken der Unterkunft fotografiert worden sind oder die Wohnung bei Tageslicht nochmal viel besser aussehen wird, als auf den Bildern, die im schummrigen Licht gemacht worden sind.

Lass mich dir sagen, dass das nur ganz selten der Fall ist. What you see is what you get. Wenns nur Wohnungsbilder im künstlichen Licht gibt, hat die Wohnung mit hoher Wahrscheinlichkeit wohl einfach keine Fenster. Die Gastgeber werden natürlich immer versuchen, ihre Unterkunft so gut wie möglich zu präsentieren. Das dabei tolle Details weggelassen wurden, ist höchst unwahrscheinlich. Die Unterkunft sollte dir also auch schon auf den Bildern richtig gut gefallen, denn schöner wird’s in der Realität meistens nicht.

#2 Airbnb hilft, wenn es brenzlig wird.

Irgendwie setzt man nicht mehr so viel Vertrauen in den Kundenservice von großen Unternehmen. Vielleicht ist das auch eher subjektiv, doch zumindest geht es mir so.

Im Fall Airbnb kann man jedoch getrost auf den Support vertrauen. In unserem Fall wollten wir beispielsweise eine Unterkunft, die wir für zwei Monate gemietet hatten, doch nur noch einen Monat mieten. Im Grunde hatten wir keine Möglichkeit zu stornieren, doch der Airbnb-Kundensupport half uns, uns mit dem Vermieter zu einigen, so dass wir die zweite Hälfte des Aufenthalts doch stornieren konnten.

Dabei hatten wir einen individuellen Ansprechpartner, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand und uns unterstützte, das Thema innerhalb eines Tages zu klären. Dies war nicht der einzige Fall, in dem uns Airbnb half. Wir können euch also nur raten, Airbnb einzuschalten, falls es Probleme gibt. (Der Gast ist für sie König und das spiegelt sich auch in allen Regularien für Gastgeber wider.)

#3 Verhandeln ist Trumpf.

Da wir oft Unterkünfte für längere Zeit, wie z. B. einen ganzen Monat, anmieten, ist es manchmal nicht so leicht eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Viele Unterkünfte sind eher darauf ausgelegt, dass sie nur für einen kurzen Zeitraum gebucht werden. Der Monatspreis wird dann oft einfach basierend auf dem Tagespreis berechnet und fällt oft sehr hoch aus. Gastgeber können zwar wöchentliche und monatlich) Rabatte einstellen, doch viele sehen Langzeitbucher eher nicht als Zielgruppe und haben entweder keine Rabatte oder nur sehr kleine im Angebot.

Daher kann ich für Langzeitaufenthalte nur raten, vorab in den Austausch mit dem Host zu gehen und zu erfragen, ob weitere Rabatte möglich sind.


Airbnb Gastgeber kontaktieren

Um zu verhandeln, drücke einfach auf den „Kontaktiere den Gastgeber“ -Button auf der Inseratsseite, erkläre kurz deine Situation und schlage einen Rabatt vor. Die Aussicht, eine Unterkunft für längere Zeit zu vermieten ist meistens doch ziemlich lukrativ für den Host, weswegen er oft gerne einen größeren Rabatt gewährt.

Hier ein Template, das uns schon einige Hundert Euro gespart hat:

Deutsch
Hallo [Name des Gastgebers],

wir sind eine kleine Familie und werden [Zeitraum] in [Land/Stadt] verbringen. Nun sind wir auf der Suche nach einer Wohnung für diese Zeit und haben dein tolles Apartment gefunden. Meinst du, dass es eine Möglichkeit gibt, uns einen Rabatt (z. B. [rabattierter Preis] € für einen Monat) zu geben, wenn wir einen ganzen Monat bleiben? 🙂

Das wäre wirklich klasse!

Beste Grüße

[Dein Name]


Englisch

Hello [Name des Hosts],

We are a small family and we’ll spend [Zeitraum] in [Land/Stadt]. Now, we’re searching for an apartment for this time and found your great house. Do you think there’s a way that you could give us a discount (for example, [rabattierter Preis] € for one month) if we stay for a whole month? 🙂

This would be amazing!

Cheers

[Dein Name]

#4 Probleme offen ansprechen ist der beste Weg, um sie zu beheben (Gastgeber tun fast alles für ihre Gäste).

Es wird immer mal wieder vorkommen, dass etwas nicht so läuft, wie du es dir vorstellst. Eine Möglichkeit ist, sich damit abzugeben, enttäuscht zu sein und dem Host am Ende eine schlechte Bewertung zu hinterlassen. Die andere (und empfehlenswerte) Möglichkeit ist, Probleme direkt anzusprechen und zu klären.

Die Gastgeber sind immer darauf bedacht, deinen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Das liegt u. a. natürlich auch daran, dass das ganze Buchungssystem darauf ausgelegt ist, Inserate zu bevorzugen, die gute Bewertungen aufweisen. Das bedeutet also, dass Gastgeber auf gute Bewertungen angewiesen sind, um auch in Zukunft Buchungen erhalten zu können. Haben sie ein gutes Bewertungsprofil, werden sie weiter oben in den Suchergebnissen gelistet und von Airbnb bevorzugt.

Airbnb Kommentar guter Gastgeber

Aber auch generell haben wir die Erfahrung gemacht, dass den Gastgebern viel daran liegt, Probleme so schnell wie möglich aus dem Weg zu räumen, um den Gast zufriedenzustellen. Beispielsweise kam es bei uns schon vor, dass das Cerankochfeld nicht mehr funktionierte. Nach einem kurzen Gespräch hatten wir binnen 24 Stunden ein neues Kochfeld. Das nenne ich mal Service.

#5 Airbnb Langzeitmiete ist möglich.

Airbnb ist eher für kurzere Aufenthalte bekannt. Viele nutzen es für Wochenendtrips, kurze Geschäftsreisen oder manchmal auch für Urlaube über ein oder zwei Wochen.

Nur selten hört man, dass sich Airbnb auch für längere Aufenthalte, wie z. B. einen Monat oder länger, eignet. Bevor wir angefangen haben, Airbnb für unsere Langzeit-Auslandsaufenthalte zu nutzen, waren wir uns ebenfalls nicht sicher. Doch wir können nun sagen, dass es durchaus möglich und auch zu empfehlen ist, Airbnb für Langzeitaufenthalte zu nutzen.


Airbnb Wochen und Monatsrabatte

Wenn ihr auf eigene Faust eine Wohnung im Ausland anmietet, habt ihr oftmals keine wirklichen Sicherheiten. Preislich sieht es auf der anderen Seite manchmal auf den ersten Blick etwas teurer aus. In den meisten Fällen sind die Gastgeber jedoch gern bereit, zu verhandeln und weitere Rabatte zu gewähren. Für den Gastgeber hat die Langzeitmiete den Vorteil der Planungssicherheit und minimiert den Aufwand, neue Gäste zu empfangen.

#6 Airbnb kann dir tolle Inspirationen für deine eigene Wohnung bieten.

Dadurch dass wir schon in vielen Airbnb-Unterkünften gewohnt haben, durften wir auch schon viele unterschiedliche Einrichtungen kennenlernen. Oftmals findet man kleine Dinge, die auch gut zur eigenen Wohnung oder zum eigenen Haus passen könnten. Für uns war dieser Punkt vor allem deswegen interessant, weil wir gerade unsere Wohnung aufgelöst hatten und quasi nach unserer Reise von 0 starten würden. Wir haben deshalb sogar eine Liste mit Dingen geführt, die wir auf jeden Fall auch für unsere nächste Wohnung haben möchten (sowie eine Liste mit Dingen, die wir auf jeden Fall vermeiden wollen).

Du möchtest ein Beispiel? In Portugal gab es eine kleine Tafel im Bad, auf die man mit Kreide Sprüche schreiben konnte. Als wir ankamen, stand dort “Good Morning! Have a great day.”. Wir fanden das toll, weil es einem morgens gleich ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Auf unserer “Vermeiden”-Listen fand sich beispielsweise eine schwarze Hochglanzküche inkl. schwarzem Geschirr wider. Der Grund? Beides sieht zunächst sehr hochwertig aus. Die Reinigung ist jedoch ein Graus und man bekommt es gefühlt nie wirklich sauber.

#7 Es ist möglich, dich in einer Airbnb-Wohnung zuhause zu fühlen.

Wenn man bei Airbnb eine Unterkunft bucht, nimmt man eher nicht an, dass man sich in der Wohnung zuhause fühlen kann. Auf den ersten Blick ähnelt alles dem Reservieren eines Hotelzimmers (= sehr unpersönlich und definitiv nicht heimisch). Doch wir können euch sagen: das ist durchaus möglich.

Für uns wurden die Unterkünfte, in denen wir einen Monat verbrachten, schnell zu einem (wenn auch temporären) Zuhause. Das zeigte sich unter anderem dadurch, dass wir sie als Familie als „Zuhause“ bezeichneten und auch für unseren Sohn klar war, dass es sich bei der jeweiligen Wohnung gerade um unser „Zuhause“ handelt. Wir haben dort Wäsche gewaschen, gekocht, geputzt und alle anderen Aktivitäten des alltäglichen Lebens gemacht. Irgendwie passiert es da ganz selbstverständlich, dass man eine gewisse Verbundenheit mit einer Wohnung bekommt und das Gefühl nach längerer Zeit den Schlüssel wieder abzugeben ist dann erstmal komisch.

#8 Bewerte eine Airbnb-Wohnung niemals am ersten Tag: Schlaf eine Nacht darüber.

Es kam bereits öfters vor, dass wir in dem Moment als wir in der Wohnung ankamen nicht besonders glücklich mit unserer Wahl waren. Das liegt vor allem daran, dass man immer etwas Zeit braucht, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Normalerweise hat man bis zur Unterkunft eine relativ lange und vielleicht sehr anstrengende und ermüdende Anreise hinter sich. Dann kommt einem alles erstmal viel schlechter vor, als es eigentlich ist. Nach der ersten Nacht sieht das dann aber meist schon wieder total anders aus.

Als wir zum Beispiel in unser aller ersten Unterkunft auf Gran Canaria ankamen, sah die Gegend im Dunkeln alles andere als einladend aus. Überall rannten streunende Hunde umher, die Autos waren ziemlich demoliert, die Häuser sahen nicht besonders einladend aus. Als wir in die Wohnung kamen saß zu allem Übel noch die größte Kakerlake, die wir jemals gesehen hatten im Flur. Wir hatten schon über dieses Problem auf der Insel gelesen und waren natürlich geschockt, dass wir ausgerechnet Kakerlaken in der Wohnung haben.

Von der langen Anreise waren wir richtig ausgehungert und gönnten uns auf den Schreck erstmal Schokolade, die uns unsere Gastgeberin als Willkommensgeschenk überreicht hat. Als ich gerade einen Bissen davon nehmen wollte, fiel mir ein kleiner weißer Wurm auf, der sich die Schokolade ebenfalls schmecken lassen hat. An dem Abend gingen wir total bedient ins Bett und wollten am liebsten zurück nach Deutschland.

Am nächsten Morgen schien die Sonne, die gruselige Umgebung war voller fröhlichen und hilfsbereiter Menschen, die uns während des Monats in Las Palmas immer wieder ein Gefühl der Gemeinschaft vermittelten. Unser Host erklärte uns noch einmal, dass die Kakerlaken aus dem Garten kommen und sich manchmal auf der Flucht vor dem Gift, das im Garten gestreut wird, in die Wohnungen verirren. Und tatsächlich haben wir bis auf die eine Kakerlake am Anfang keine mehr in unserer Wohnung gesehen. Im Endeffekt hatten wir nach dem holprigen Start dort eine richtig schöne Zeit und fühlten uns wie Zuhause. Seit dem Tag haben wir die Regel, eine Unterkunft niemals am ersten Tag zu bewerten.

#9 Gastgeber sind die ersten Einheimischen, die du triffst

Mittlerweile gibt es sehr viele Wohnungen mit Self-Check-in, was bedeutet, dass man den Gastgeber während seines Aufenthalts gar nicht mehr antrifft. Wir hatten auch schon Reisen, bei denen wir wirklich froh waren, dass wir die Anreise sehr flexibel gestalten können und niemanden über unsere sich ständig nach hinten verschiebende Ankunftszeit informieren müssen. Und manchmal hat man dann auch einfach keine Lust auf Small Talk.

Trotzdem war es bisher immer so, dass das Treffen mit dem Host sehr bereichernd war. Schließlich ist es der erste Einheimische auf den man trifft. Er weiß, wo der nächste Bäcker ist, in welchem Geschäft es die günstigsten Lebensmittel zu kaufen gibt, welche Sehenswürdigkeiten man unbedingt sehen muss und welche Gepflogenheiten man in dem jeweiligen Land beachten muss.

Nutzt also die Chance und löchert den Host mit all euren Fragen, die ihr zu dem Land und seinen Leuten habt. Und auch während des Aufenthalts könnt ihr immer wieder nach hilfreichen Tipps fragen. So bekommt ihr ein viel besseres Bild von eurer Destination und der Host freut sich, dass er euch behilflich sein kann  – und wer weiß: vielleicht entwickelt sich daraus auch eine tolle Freundschaft!

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