Familie

Alles, was du über Sonnencreme für Babys und Kinder wissen musst (inkl. Empfehlungen)

In wenigen Wochen ist es wieder soweit. Der Winter weicht dem warmen Frühling und der Kinderwagen kommt somit wieder ein bisschen mehr zum Einsatz als unbedingt nötig. Dabei gilt es, die Haut des Babys ganz besonders gegen die UV-Strahlung zu schützen da die Babyhaut in jungen Jahren noch dünn und sehr empfindlich ist und keinen Eigenschutz bietet.

Ab wann kannst Du Sonnencreme für dein Baby verwenden?

Vereinzelt raten Experten davon ab, Kinder in den ersten 12 Lebensmonaten mit Sonnencreme einzuschmieren. Der Grund hierfür ist neben den in vielen Produkten enthaltenen Chemikalien der Sonnencremes die verminderte Schwitzfunktion des neugeborenen Körpers.

Die Haut des Babys muss das Schwitzen erst erlernen da es seine Körpertemperatur noch nicht selbständig regulieren kann. Die Sonnencreme kühlt die Haut zusätzlich ab, weshalb das Schwitzen erschwert wird.

Dennoch ist es wichtig, mit dem Nachwuchs an die frische Luft zu kommen und die ungeschützten Stellen dabei mit Sonnencreme gegen die UV-Strahlung zu schützen. Schon wenige Minuten direkte Sonneneinstrahlung reichen aus damit das Kind einen Sonnenbrand bekommt.

Worauf kommt es bei der Wahl der richtigen Sonnencreme für das Baby an?

Beim Kauf der Sonnencreme für ihr Baby gilt es wichtige Dinge zu beachten.

  • Greife unbedingt auf kindgerechte Pflegemittel zurück. Wenn Du dich für einen mineralischen Sonnenschutz entscheidest, wird die zarte Babyhaut optimalerweise zusätzlich gepflegt. Diese mineralischen Cremes bilden einen Schutzfilm auf der Haut welcher die UV-Strahlen reflektiert.
  • Wichtig ist die Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors. Wähle für Dein Kleinkind mindestens den Lichtschutzfaktor 30, bei hellen Hauttypen und rothaarigen Kindern ist Lichtschutzfaktor 50 empfehlenswert. Schon mit einem Lichtschutzfaktor von 30 werden 95% aller UV-Strahlen abgehalten.
  • Wenn Du Dein Baby mit ins Wasser nimmst achte unbedingt darauf dass der Sonnenschutz wasserfest ist. Auch im Wasser kommt UV-Strahlung auf die Haut
  • Achte darauf, dass die Sonnenpflegeprodukte dermatologisch geprüft sind

Tipps für den richtigen Sonnenschutz

Ein guter Sonnenschutz beginnt mit der Wahl der richtigen Kleidung. Hierzu gehört neben langärmeliger UV-Schutz-Kleidung (Achte darauf dass die Kleidung nach UV-801-Standard zertifiziert ist), einer Kopfbedeckung mit Nackenschild oder einem Hut mit ausreichender Krempe und einer Sonnenbrille mit UVA+UVB Schutz.

Halte Dich mit deinem Kleinkind möglichst im Schatten auf und meide die Mittagshitze zwischen 11-15 Uhr. Bitte beachten: Auch im Schatten wirken die UV-Strahlen. Achte also auch hier auf optimalen Sonnenschutz.

Trage den Sonnenschutz mit chemischen UV-Filtern immer eine halbe Stunde vor Sonnenkontakt bzw. vor dem Baden auf um die Wirksamkeit der Creme voll zu entfalten. Trage diesen Sonnenschutz spätestens alle zwei Stunden erneut auf.

Bitte beacht dass alle Stellen ausreichend geschützt werden, die der Sonne ausgesetzt sind. Insbesondere im Gesicht, hinter den Ohren, die Füße, Knie und Hände.

Nur mit dickem eincremen erhalten Sie angegebenen Lichtschutzfaktor. Zusätzlichen Schutz erhält Dein Kind, wenn es nur 2/3 der laut LSF angegebenen Sonnendauer auch wirklich in der Sonne verbringen.

Bedenke, dass durch Schwitzen und Kontakt mit Wasser der Schutz vermindert wird.

Pflege abends die Haut deines Kindes mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme um ein Austrocknen der Haut zu verhindern.

Welche Sonnencremes werden von Stiftung Warentest oder Ökotest empfohlen?

Aufgrund der besonderen Sensibilität des Produktes werden Sonnenpflegeprodukte regelmäßig von den gängigen Instituten getestet. Wir haben uns die Testergebnisse der Zeitschrift Ökotest (Ausgabe 1/2017) einmal genauer angeschaut. Insgesamt 15 Sonnenschutzmittel für Kinder wurden unter die Lupe genommen, darunter 13 konventionelle und zwei zertifizierte Natur kosmetika.

Dabei wurden fünf Produkte mit sehr gut oder gut bewertet und werden somit zum Kauf empfohlen. Vier Produkte erhielten lediglich die Benotung mangelhaft.

Der Testsieger in der Kategorie Naturkosmetik:

Platz 1: Lavera Sun Sensitiv Bio-Sonnenblumenöl Sonnencreme 30

Die genannte Creme schneidet beim Ökotest als einziges Produkt sowohl in der Kategorie „Inhaltsstoffe“ als auch „weitere Mängel“ mit der Bestnote sehr gut ab. 

Die Vorteile in der Übersicht

  • LSF 30 bietet zuverlässigen Sonnenschutz und sanfte Pflege für eher ungebräunte und sonnenempfindliche Haut. Besonders geeignet für empfindliche Baby- und Kinderhaut
  • Die Creme ist wasserfest und pflegt die Haut intensiv mit Bio-Mangoextrakt und Bio-Sonnenblumenöl. Die Sonnencreme LSF 30 wirkt sofort nach dem Auftragen
  • BIO, NATRUE – 100% Silikonfrei, Paraffinfrei, Mineralölfrei
  • Entwickelt, hergestellt und produziert in Deutschland
  • Hautverträglichkeit dermatologisch bewiesen
  • Frei von genmanipulierten Inhaltsstoffen (GMO)
  • Hochwertige Bio Pflanzeninhaltsstoffen aus eigener Herstellung

Platz 2: Eco Cosmetics Baby & Kids Sonnencreme LSF 50+

Die genannte Creme schneidet beim Ökotest in beiden Testkategorien mit der Benotung gut ab. 

Die Vorteile in der Übersicht

  • Zieht schnell ein
  • Wasserfest, alkohol- & allergenfrei
  • Frei von Zinkoxid & Aluminiumsalzen
  • Vegan
  • Ohne Nanotechnologie

Auch Sonnenschutzmittel ohne Naturkosmetik wurden selbstverständlich unter die Lupe genommen. Hierbei schnitt das Produkt „Bübchen Sensitive Sonnenlotion LSF 50+) am besten ab. Ebenso wie die Konkurrenzprodukte Ladival Sonnenschutz Milch Für Kinder 50+ von Stada als auch das günstige Discountprodukt Sun Ozon Sonnenmilch Kids 30 der Drogeriekette Rossmann schnitten in der Kategorie „Inhaltsstoffe“ mit gut, sowie mit „sehr gut“ bei den weiteren Mängeln ab.

Wichtige Fragen und Antworten rund um Sonnenschutz für Babys

Folgend haben wir wichtige Fragen rund um das Thema Sonnenschutz für Babys beantwortet.

Darf ich mein Baby mit Sonnencreme einreiben?

Generell sollten Kinder in den ersten 12 Monaten Ihres Lebens vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden und sich bevorzugt im Schatten aufhalten. Dennoch kann ein Kontakt mit der Sonne niemals komplett ausgeschlossen werden. Deshalb sollte man neben entsprechenden Schutzmaßnahmen am Kinderwagen (z.B. Sonnenschirm) und sonnengerechter UV-Schutzkleidung darauf achten die unbedeckten Körperteile mit altersentsprechenden Sonnenschutzmitteln zu schützen. 

Welchen Lichtschutzfaktor soll ich für mein Baby wählen?

Für Babys und Kleinkinder empfiehlt sich die Verwendung von kindgerechten Sonnenschutzmitteln mit Lichtschutzfaktor 30. Bei hellen Hauttypen sollte auf LSF 50 oder LSF50+ zurückgegriffen werden.

Was bedeutet der Lichtschutzfaktor LSF?

Schon nach circa 5 Minuten kann Babyhaut bei Sonnenkontakt verbrennen. Der Lichtschutzfaktor gibt an, wie viel Mal länger man sich mit dem erworbenen Produkt der Sonne aussetzen kann ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Hierbei ist zu empfehlen, sich dennoch nur maximal 2/3 der angegebenen Zeit in der Sonne aufzuhalten um einen Schaden zu vermeiden. Bitte beachten: Ein Nachcremen verlängert nicht die mögliche Aufenthaltsdauer in der Sonne. Gebe der Haut deines Babys die Zeit sich von der Sonne zu erholen. 

Worauf muss ich bei sonnengerechter Kleidung achten?

Achte darauf dass Dein Kind immer eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz oder ausreichender Krempe trägt. Empfohlen wird zudem eine kindgerechte Sonnenbrille.

Ziehe deinem Kind lange, weitgeschnittene T-Shirts und Hosen an, welche luftig und nicht zu enganliegend sein sollten damit es für die Kinder angenehm zu tragen ist. Beachte, dass die Kleidung dem UV-Standard 801 entspricht.

Schützt Babyöl mein Kind vor der Sonne?

Nein. Babyöl steigert bei der Anwendung sogar die Lichtempfindlichkeit der Haut. Verwenden Sie Babyöl nicht gemeinsam mit Sonnenschutzmitteln.

Mein Kind hat Neurodermitis. Worauf muss ich beim Kauf von Sonnenschutzmitteln achten?

Achte darauf, dass das Pflegemittel frei von Parfümen sowie Farb- und Konservierungsstoffen ist sowie keine Nanopartikel, Parabene oder Paraffine enthält.

Entsprechende Produkte enthalten einen entsprechenden Vermerk des Deutschen Allergie- und Asthmabundes. Diese Empfehlungen gelten ebenfalls für alle Kinder welche zu allergischen Reaktionen neigen.

Wieviel Creme muss ich verwenden um mein Kind ausreichend zu schützen?

Bei der Berechnung der nötigen Menge Sonnencreme wird von 2mg Creme je Quadratzentimeter Hautfläche ausgegangen.

Was ist besser: Sonnencreme oder Sonnenspray?

Man kann keine generelle Aussage darüber treffen welche Art des Sonnenschutzmittels die bessere Variante ist. Dies ist auch immer ein wenig abhängig von den Vorlieben ihres Kindes. Viele Kinder bevorzugen die Verwendung sogenannter „Sonnen-Roller“. Sonnensprays eignen sich gut zum nachcremen da sie sich schnell verteilen lassen und schnell wirken. Somit eignen sie sich besonders für Ausflüge, Schwimmbad- oder Spielplatzbesuch.

Sind Sonnencremes wasserfest?

Nicht alle Sonnencremes sind auch zum baden geeignet. Beachte die Hinweise auf der Produktverpackung. Bitte denke auch daran, dein Kind nach dem Baden unbedingt wieder neu einzucremen da der Schutz durch das Baden vermindert wird.

Sind Nanopartikel in der Sonnencreme gefährlich?

Nach derzeitigem Wissensstand geht von diesen Artikeln bei der Verwendung auf gesunder Haut keine Gefahr aus. Von der Verwendung auf verletzter Haut wird jedoch abgeraten da hier keine ausreichenden wissenschaftlichen Untersuchungen vorliegen. Ebenso können Sprays mit Nanoartikeln beim aufsprühen in die Lunge geraten und diese schädigen. Deshalb empfiehlt es sich, auf nanohaltige Sonnenpflegemitteln bei Kindern zu verzichten.

Wie lange ist die Sonnencreme haltbar?

Sollte auf der Verpackung kein Mindeshaltbarkeitsdatum angegeben sein schaue auf den optischen Zustand des Pflegemittels. Wenn dieses nicht verfärbt ist, komisch riecht oder flockt ist der UV-Schutz erfahrungsgemäß noch gegeben.

Was muss ich beim Erwerb der Sonnencreme noch beachten?

Möchtest du die Sonnencreme für Ihren Urlaub erwerben, so musst Du beachten dass einige interessante Urlaubsländer mittlerweile die Verwendung von Sonnencremes mit bestimmten Inhaltsstoffen (Oxybenzon, Octinoxat oder Octocrylen) verboten haben. Hierzu gehören neben einigen exotischeren Urlaubszielen wie beispielsweise Palau, die Jungferninseln oder Aruba in der Karibik auch Amerikas Traumziel Hawaii und vereinzelt Städte in Florida. Der Hintergrund: Diese Inhaltsstoffe senken die Fruchtbarkeit der Fischbestände und verstärken das Korallensterben.

Fazit

Nichts gibt es schöneres, als mit deinem Kleinkind schöne Stunden bei milden Temperaturen in der Natur zu verbringen. Dies ist wichtig für dein Kind um sich zu bewegen und das notwendige Vitamin D zu bilden. Zudem macht es natürlich Groß und Klein einfach Spaß gemeinsam im Wasser zu planschen oder Sandburgen zu bauen. Lass dir die Freude daran nicht durch die Sorge vor Hautschädigungen nehmen. Wenn du darauf achtest dein Kind sonnengerecht zu kleiden, dich bestmöglich im Schatten aufhältst und nicht verdeckte Hautstellen mit kindgerechten Pflegeprodukten schützt steht dem Vergnügen nichts im Weg.

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