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Typisch irisch – So tickt Irland wirklich

typisch irisch

Irland: die grüne Insel im Norden Europas! Hier hat jeder rote Haare, auf einen Einwohner kommen mindestens drei Schafe und das Einzige, wofür sich die Iren interessieren, ist den ganzen Tag mit einem Whiskey in der Hand im Pub zu sitzen.

 Das sind wohl die bekanntesten Klischeer über Iren. Worin deren Ursprung liegt und wie viel Wahrheit wirklich dahinter steckt, erfährst du in diesem Beitrag –  wir zeigen dir, was wirklich typisch irisch ist!

Typisch irisch – Diese Vorurteile gegenüber Iren existieren

Klischees über ein Land entstehen oft durch typische Merkmale, die im gesamten Land verbreitet sind und sich in den Leuten, der Kunst und der Kultur widerspiegeln. Eigenschaften, die eine Nation prägen und sie von anderen Ländern und Völkergruppen absetzt. Oft werden diese Eigenarten verallgemeinert und schon verbindet man beispielsweise den Tee mit England, Sangria mit Spanien und Pizza mit Italien.

Das ist mit der kleinen grünen Insel im Nordatlantik natürlich nicht anders. Immerhin ist allgemein bekannt, dass es hier mehr Schafe als Menschen gibt, die Iren alle rote Haare und

Sommersprossen haben, sich fast ausschließlich von Kartoffeln ernähren und ihre gesamte Freizeit im Pub verbringen, weil es sowieso den ganzen Tag regnet und stürmt.

Schließlich ist das Pub der Lebensmittelpunkt schlechthin in Irland. Ein Ort, an dem die Iren entweder literweise Guinness oder Tee trinken, Witze und Geschichten erzählen, tanzen, lachen, Musik machen und am Ende des Tages mindestens fünf neue Freundschaften geknüpft haben.

Sicherlich wirken sich das eher raue Klima und die regelmäßigen Niederschläge der kleinen Insel auf die Mentalität der Iren aus, doch tröstet sich die Mehrheit der Inselbewohner tatsächlich mit ausgedehnten Pubbesuchen über die fehlenden Sonnenstunden hinweg und wie ist das wirklich mit dem Aussehen, der Freundlichkeit und den Essgewohnheiten der Iren?

Was ist wirklich typisch irisch?

Typisch irisch – Essen und Getränke

 Auf einer traditionellen irischen Speisekarte finden sich größtenteils einfache und herzhafte Gerichte. Den Grund dafür findet man in der bewegten und Jahrtausende alten Geschichte des Landes. Früher waren Nahrungsmittel in Irland nämlich Mangelware.

Viele Lebensmittel mussten an die britischen Landbesitzer abgegeben werden, was zur Folge hatte, dass für die einfache irische Bevölkerung oft nur Kartoffeln, Wurzelgemüse und ein wenig Fleisch übrig blieben.

In der irischen Küche ging es also seit jeher nicht um feinen Geschmack oder besonders raffinierte Kreationen, sondern darum, alle Menschen mit den zur Verfügung stehenden Lebensmitteln zu sättigen.

Das Klischee der irischen Liebe zu Kartoffeln ist also gar nicht so weit hergeholt, hat sich im Laufe der Zeit allerdings gewandelt. Insbesondere in den letzten beiden Jahrzehnten wurden traditionelle irische Gerichte durch internationale Einflüsse und die bessere

Verfügbarkeit von Lebensmitteln modernisiert und neu erfunden. Nach wie vor sind die Iren allerdings stolz auf die Nahrungsmittel, die sie auf ihrer Insel selbst anbauen und produzieren können. 

Nicht ohne Grund gibt es unzählige Restaurants, die sich auf die traditionelle irische Küche spezialisiert haben: Zu den beliebtesten lokalen Speisen und Getränken gehören irisches Steak, Lammfleisch, frische Meeresfrüchte, Fisch und Schwarztee sowie alkoholische Getränke in Form von Stout und Whiskey.

Gerichte, die typisch für Irland sind und die auf jeder Irland Rundreise einmal probiert werden sollten, sind:

Irisches Frühstück:

Das irische Frühstück besteht traditionell aus Eiern, Speck, Kartoffeln, Blut- und Fettwurst sowie gebackenen Bohnen. Oft kommen zudem gegrillte Tomaten, Würstchen und Pilze auf den Teller, um gut gestärkt in den Tag zu starten.

Seafood Chowder

Hierbei handelt es sich um eine cremige Suppe, in der frische Meeresfrüchte, Fische und Kräuter verarbeitet werden. Oft wird Chowder als Vorspeise serviert.

Sodabrot

Früher hatte jeder irische Clan ein eigenes Rezept für Sodabrot und auch heute gibt es viele verschiedene Varianten. Das leicht sauer schmeckende Brot wird getoastet, dick mit gesalzener Butter bestrichen und zur Suppe gegessen.

Irish Stew

Der herzhafte Eintopf besteht traditionell aus Lammfleisch, Kartoffeln und Zwiebeln. Für noch mehr Geschmack werden außerdem oft Karotten, Lauch und anderes Wurzelgemüse mitgekocht.

Fish & Chips

Beim frischen Backfisch mit Pommes denkt man als erstes wohl eher an England, jedoch hat das Gericht auch auf der grünen Insel eine lange Tradition: Früher wurde der Fisch gemeinsam mit den Pommes in Zeitungspapier gewickelt und als Streetfood verkauft – heute gilt er vielerorts als Spezialität und wird meist mit pürierten Erbsen und Sauce Tartare gegessen.

Scones

Das süße Gebäck, das dem deutschen Rosinenbrötchen ähnelt, kommt zwar eigentlich aus Schottland, wird von den Iren aber schon seit jeher gern als Snack zum Nachmittagstee serviert. 

Black & White Pudding

Die schwarze Blutwurst (Black Pudding) sowie die weiße Fettwurst (White Pudding) wird in Scheiben geschnitten, gebraten und zum Frühstück oder Mittagessen serviert.

Zum Essen wird in Irland nicht etwa Bier, sondern meist schwarzer Tee mit Milch getrunken. Das irische Stout, wie beispielsweise das in Dublin gebraute Guinness oder das in Cork produzierte Murphys, lassen sich die Iren meist außerhalb der Mahlzeiten schmecken. Neben dem typischen irischen Tee wird nach dem Essen zudem gern ein Irish Coffee angeboten: Ein Kaffee, der mit Whiskey, Zucker und Sahne eine Mahlzeit perfekt abrundet.

Generell wird das schwarze Stout und der Whiskey von vielen Iren nicht nur als Genussmittel, sondern außerdem als Nahrungsmittel sowie Heilmittel angesehen. Wer erkältet ist, setzt beispielsweise auf die Wirkung eines Hot Whiskey mit Zitrone und Nelken. Gegen Erschöpfung wird oft ein eisenreiches Pint of Guinness empfohlen. Daher kommt auch der bekannte Slogan der Dubliner Brauerei: „Guinness is good for you.“

Typisch irisch – Geschenke

Irland begeistert die ganze Welt. Das ist eine Tatsache, die sich alleine schon durch die vielen Irish Pubs belegen lässt, die über den ganzen Globus verteilt erfolgreich geführt werden. Zudem wird kein anderer Nationalfeiertag eines Landes auf einer so großen globalen Ebene gefeiert, wie der St. Patrick’s Day der Iren am 17. März. Die Leute lieben Irland und freuen sich über traditionelle Mitbringsel von der grünen Insel!

Besonders beliebt sind die sogenannten Aran Pullover beziehungsweise Sweater. Die meist cremefarbenen dick gestrickten Pullover gehören zur traditionellen Kleidung des Inselvolkes. Früher hatte jeder Clan ein eigenes Strickmuster, wodurch seine Mitglieder unmissverständlich zu erkennen waren. Diese alten Clanmuster werden auch heute noch nachgearbeitet.

Wer kein Interesse an Strickwaren hat, greift am besten auf Schmuck oder Wandplaketten zurück, die meist alte keltische Designs oder Symbole zeigen. Der Claddagh-Ring, mit seinen beiden Händen und dem mittigen Herz ist dabei sicherlich das berühmteste irische Schmuckstück und Mitbringsel. 

Mittlerweile hat sich die Guinness Brauerei mit dem legendären Logo einer irischen Harfe eine beeindruckende Palette an Geschenkartikeln aufgebaut, die bei Irlandfans in allen Ländern beliebt sind.

Typisch irisch – Kleidung

Das Leben der Iren wird stark durch die rauen Wetterbedingungen beeinflusst. Der Kleidungsstil ist davon nicht ausgenommen. Traditionell wird das in den dick gestrickten Aran Pullovern sowie dem Irish Tweed widergespiegelt. Der Tweed-Trend schwappte vor mehreren Jahrhunderten von Schottland in den Norden Irlands über, wo der Stoff bis heute von Hand gewebt wird.

Im Alltag kleidet man sich auf der Insel praktisch und bequem. Jeder Ire besitzt eine wind-und wasserfeste Outdoorjacke sowie feste Schuhe oder Gummistiefel. Der Zwiebellook steht auf der kleinen Atlantikinsel hoch im Kurs. Mit mehreren Lagen können sich die Bewohner dem schnell wechselnden Wetter perfekt Anpassen.

Es gibt kleidungstechnisch jedoch noch eine andere Seite: Die Bewohner Irlands machen sich für verschiedene Anlässe gerne schick und legen dabei Wert auf Stil und Individualität.

Nicht selten treten die Herren dabei im Smoking und die Damen in vollem Abendkleid inklusive Haarschmuck auf. Übrigens haben nur etwa 10 Prozent aller Iren rote Haare – die meisten Inselbewohner haben in Wirklichkeit meist dunkles, lockiges Haar!

Dieser individuelle Geschmack spiegelt sich zudem in den vielen modernen Modelabels des Landes wider. Überall gibt es kleine Schneidereien, die mit jungen Modedesignern zusammenarbeiten, um einzigartige Kleidungsstücke zu kreieren; so wie beispielsweise Helen Steele https://helensteele.com/ oder Jill De Búrca http://jilldeburca.com/ 

Typisch irisch – Kultur

Die heutige irische Kultur ist eng in den keltischen Ursprüngen der Insel verwurzelt. Bereits 4.500 Jahre vor Christus wurde Irland von den ersten Stämmen der Kelten besiedelt.

Aus dieser Zeit stammen nicht nur die mystischen und geheimnisvollen Symbole und schnörkeligen Keltenkreuze, die bis heute als Wahrzeichen Irlands gelten, sondern auch die Sprache Gälisch-Irisch.

Diese alte Sprache ist auf der grünen Insel neben Englisch nach wie vor eine der beiden offiziellen Staatssprachen und erfreut sich besonders in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit. Im alltäglichen Leben begegnet einem die Sprache der Urväter Irlands hauptsächlich auf Straßenschildern oder im Fernsehprogramm. Selbst wenn Gälisch-Irisch nur von einer Minderheit aktiv gesprochen wird, so zieht es sich wie ein roter Faden durch die Musik und Kunst, die bei den Iren eine große Rolle spielt!

Die vielen irisch-stämmigen Autoren, Philosophen, Schauspieler und Musiker beweisen, dass die Kreativität des Inselvolks auf Hochtouren läuft. Dieser Einfallsreichtum gehört fest zum Alltag der Iren. Angefangen bei der Liebe zum Geschichtenerzählen, die für die vielen Mythen und Legenden des Landes verantwortlich ist, bis hin zu den spontanen Musikdarbietungen im örtlichen Pub sind Schöpfungsfreude und Kreativität ein täglicher Begleiter von vielen!

 Neben der Kunst hat der Sport einen festen Platz in der irischen Kultur. Dabei liegen die keltischen Volkssportarten Hurling und Gaelic Football an erster Stelle: Während Hurling einer der schnellsten Mannschaftssportarten der Welt ist und mit einem Schläger gespielt wird, vereint Gaelic Football Elemente aus Handball, Fußball und Australian Football.

 Wenn es um internationale Sportarten geht, ist besonders Rugby sehr beliebt. Der englische Fußball gewinnt seit den 80er Jahren allerdings auch immer mehr Anhänger. Darüber hinaus zieht es viele Iren regelmäßig auf einen der vielen gut ausgestatteten Golfplätze oder zum Tanzen.

 Der Irish Dance, der sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, ist die beliebteste Tanzsportart in Irland, dicht gefolgt von dem sich aus dem Irish Dance entwickeltem moderneren irischen Stepptanz. Letztere Tanzart wurde durch Michael Flatley’s Lord of the Dance weltberühmt! 

Typisch irisch – Musik

Die Musik geht in Irland Hand in Hand mit dem Talent und der Liebe der Einheimischen zum Geschichtenerzählen. Der traditionelle Irish Folk besteht aus den Klängen der Fiedel, Blechflöte, Harfe, Bodhrán Trommel und Querflöte sowie melodischen Gesängen.

 Die Liedtexte der irischen Volksmusik handeln von den uralten keltischen Sagen und Mythen genauso wie von Ereignissen in der jüngeren Geschichte des Landes, wie zum Beispiel der Kampf um Irlands Unabhängigkeit. 

Mit einer großen Zahl moderner irischer Bands beweist das Inselvolk jedoch, dass es musikalisch wesentlich mehr Vielfalt zu bieten hat. Zu den erfolgreichsten Bands der Insel gehören The Script, U2, Hozier, The Cranberries und The Frames. 

Typisch irisch – Lebensgefühl

Aus dem Drang danach, sich auszudrücken, mitzuteilen und auszutauschen ist die berühmte irische Pubkultur entstanden. Das Pub ist für die Iren ein Ort, an dem sich das Leben abspielt, wo man sich trifft, bespricht, singt und lacht. Ein Ort, an dem das irische Lebensgefühl zuhause ist!

Tatsächlich gehört jedoch noch mehr zur irischen Mentalität als den ganzen Tag im Pub zu sitzen. Allen voran das Zeitgefühl: Das Leben in Irland läuft langsamer ab. Die Leute nehmen sich mehr Zeit für Begegnungen und um die Natur zu erleben. Familie und Gemeinschaft spielen dabei eine große Rolle. Nachbarschaft, Ortsverbände und ganze Stadtteile bestehen oft aus einer engen und aktiven Gemeinschaft.

Jeder kennt jeden, man achtet aufeinander und wer Hilfe braucht, dem wird ohne Weiteres geholfen. Die unberührte Landschaft der Insel ist für die Einwohner eine Quelle an Kreativität, Energie und Kraft. Egal, bei welchem Wetter, die Menschen zieht es nach draußen, um das Grün der Wiesen und die salzige Luft des Meeres zu erleben. 

Zusammengefasst ist das typisch irische Lebensgefühl wie einmal tief durchzuatmen und die Lungen bis zum Rand mit Entspannung, Inspiration und Nächstenliebe zu füllen!

Typisch irisch – das gibt es wohl!

Auch wenn nicht alle Iren rote Haare haben und es nicht jeden Tag regnet, gibt es das typisch Irische natürlich trotzdem – genau wie das typisch Deutsche oder das typisch Italienische. Immerhin sind es genau diese Eigenheiten und Unterschiede, die Irland zu der Insel machen, auf der die ganze Welt zuhause ist!

Über den Autor:

Sebastian ist schon unzählige Male auf der grünen Insel gewesen und ist jedes Mal aufs neue Fasziniert. Auf Off The Path schreibt er über Abenteuer, Rundreisen und viele Gänsehaut-Momente auf der ganzen Welt! 

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