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Kostenloses Girokonto ohne (und trotz) Schufa: 9 mögliche Konten im Überblick

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Ein Bankkonto ist die Grundlage für den bargeldlosen Zahlungsverkehr in Deutschland, doch ein negativer Schufa-Eintrag macht die Eröffnung bei vielen klassischen Banken schwierig. Zwei Wege führen trotzdem zu einem kostenlosen Girokonto ohne Schufa: das gesetzlich garantierte Basiskonto, das jede Bank auf Guthabenbasis anbieten muss, und Konten bei Direktbanken oder Neobanken, die bei der Eröffnung bewusst auf eine harte Schufa-Abfrage verzichten. Wir zeigen dir, welche Anbieter aktuell beide Wege offen halten, was sie kosten und worauf du bei negativer Bonität achten solltest.

Wie funktioniert eine Schufa-Abfrage bei der Kontoeröffnung?

Entscheidungsbaum: weiche oder harte Schufa-Anfrage bei der Kontoeröffnung
Ob deine Anfrage weich oder hart ausfällt, entscheidet allein, ob du Dispo oder Kreditkarte beantragst.

Banken unterscheiden zwischen einer weichen und einer harten Schufa-Anfrage. Nur die harte Variante kann deine Kontoeröffnung gefährden. Eine weiche Anfrage prüft lediglich deine Identität und allgemeine Zahlungshistorie, ohne dass dein Schufa-Score dadurch sinkt oder andere Institute den Vorgang sehen können. Anders bei der harten Anfrage: Sie kommt zum Einsatz, sobald ein Institut dir einen Dispokredit oder eine Kreditkarte gewähren will, denn dafür braucht es eine belastbare Einschätzung deiner Kreditwürdigkeit.

Seit März 2026 hat die Schufa ihr Bewertungssystem umgestellt. Statt des bisherigen Basisscores von 0 bis 100 Prozent zeigt die Auskunft jetzt einen Wert zwischen 100 und 999 an. Eröffnest du dagegen ein reines Guthabenkonto ohne Dispo und ohne Kreditkarte, verzichten viele Anbieter komplett auf die harte Anfrage. Es entsteht schlicht kein Kreditrisiko.

Welche Voraussetzungen gelten normalerweise für ein Girokonto?

Für ein normales Girokonto verlangen Banken meist Volljährigkeit, einen festen Wohnsitz in Deutschland und einen gültigen Ausweis, den du per Video-Ident oder Post-Ident vorlegst. Häufig kommt der Nachweis eines regelmäßigen Einkommens hinzu. Angestellte legen dafür meist die letzten Gehaltsabrechnungen vor, Selbstständige eher Steuerbescheide oder betriebswirtschaftliche Auswertungen.

Fehlt dieser Nachweis oder fällt die Schufa-Auskunft negativ aus, lehnen viele Banken den Antrag für ein reguläres Girokonto ab. Das betrifft in ähnlicher Form auch Kredite: Wer trotz angespannter Bonität eine Finanzierung sucht, findet im Beitrag zur Schufa-Meldung bei Minikrediten weiterführende Hintergründe, auch wenn das ein eigenes Thema neben dem Basiskonto und den Neobanken in diesem Artikel ist.

Was ist ein Basiskonto und wer hat Anspruch darauf?

Seit dem Zahlungskontengesetz von 2016 hat jeder Mensch mit rechtmäßigem Aufenthalt in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf ein Basiskonto, unabhängig von seiner Bonität. Eine Ablehnung ist nur in wenigen Ausnahmefällen erlaubt, etwa bei früherem Kontomissbrauch oder wenn du bereits ein aktives Konto bei einer anderen Bank in Deutschland führst.

Ein Basiskonto läuft immer auf Guthabenbasis: Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen funktionieren normal, aber einen Dispokredit oder eine Kreditkarte bekommst du damit nicht. Komplett kostenlos ist ein Basiskonto selten. Das Gesetz schreibt nur eine angemessene Gebühr vor, keine Nullgebühr. Wird die Eröffnung trotzdem zu Unrecht abgelehnt, hilft eine Beschwerde bei der BaFin. Sie prüft den Fall und verpflichtet das Institut notfalls zur Kontoeröffnung.

Diese Banken bieten ein Basiskonto ohne Schufa-Prüfung

Monatliche Gebühren im Vergleich: DKB, Consorsbank, ING und Norisbank Basiskonto
Drei der vier Basiskonten sind komplett gebührenfrei, nur die Norisbank verlangt einen festen monatlichen Betrag.

Die folgenden vier Banken zählen zu den bekanntesten Anbietern für ein Basiskonto und verzichten bei der Kontoführung auf Guthabenbasis auf eine harte Schufa-Abfrage. Die Tabelle zeigt dir auf einen Blick, was jedes Konto kostet und welche Karte im Preis enthalten ist.

BankMonatliche GebührKartentypDispokreditBesonderheit
DKB Basiskonto0 € bei Geldeingang ab 700 € oder unter 28 Jahren, sonst rund 4,50 €Visa DebitkarteNeinBargeldabhebung ab 50 € an Visa-Automaten gebührenfrei
Consorsbank Basiskonto0 €Visa-Karte, Girocard optionalNeinKein aktives Konto bei anderer Bank als Voraussetzung
ING Basiskonto0 €GirocardNeinOnline-Überweisungen gebührenfrei, Abhebung kostet 5 €
Norisbank Girokonto Plusrund 7,90 €Mastercard + GirocardNeinUnbegrenzt gebührenfreie Barabhebungen

DKB Basiskonto

DKB

Die DKB mit Sitz in Berlin führt ihr Basiskonto komplett digital, über die Website oder die Banking-App. Gebührenfrei ist die Kontoführung, wenn monatlich mindestens 700 Euro eingehen oder du unter 28 Jahre alt bist, ansonsten berechnet die Bank rund 4,50 Euro im Monat. Eine kostenlose Visa Debitkarte ist inklusive, eine Kreditkarte gibt es beim Basiskonto nicht, und der Dispokredit entfällt ebenfalls.

Consorsbank Basiskonto

Consorsbank

Bei der Consorsbank bekommst du dein Basiskonto nur, wenn du aktuell kein anderes aktives Konto führst, denn das Basiskonto ist nicht als Zweitkonto gedacht. Legitimiert wird per Post-Ident-Verfahren, einen Einkommensnachweis verlangt das Institut nicht. Zur kostenlosen Visa-Karte lässt sich für 1 Euro im Monat eine zweite Girocard hinzubuchen. Barabhebungen unter 50 Euro kosten 1,95 Euro Gebühr.

ING Basiskonto

ING

Die ING verlangt für ihr Basiskonto keinen monatlichen Mindestgeldeingang und keine Kontoführungsgebühr. Alle Überweisungen, die du online tätigst, sind kostenlos, während eine Barabhebung an einem der rund 1.200 ING-Automaten sowie an vielen Partnerkassen wie Rewe, Aldi und Penny 5 Euro kostet. Einen Dispokredit oder eine Kreditkarte gewährt die Bank beim Basiskonto nicht.

Norisbank Girokonto Plus

Die Norisbank positioniert ihr Girokonto Plus gezielt für Menschen mit negativer Schufa und wirbt offen mit unkomplizierter Kontoeröffnung trotz Bonitätsproblemen. Anders als die drei vorherigen Anbieter verlangt die Bank dafür eine feste monatliche Gebühr von rund 7,90 Euro, im Gegenzug sind Barabhebungen unbegrenzt gebührenfrei. Zum Konto gehören eine Mastercard-Debitkarte und eine Girocard.

Diese Neobanken eröffnen ein Konto ohne harte Schufa-Abfrage

Neben den klassischen Basiskonten gibt es Direktbanken und Neobanken, die ihr Konto von Anfang an ohne harte Schufa-Abfrage konzipiert haben, meist weil sie grundsätzlich keinen Dispokredit vergeben. Die folgende Übersicht zeigt, wie die einzelnen Anbieter tatsächlich mit der Schufa umgehen, denn die Unterschiede sind größer, als eine einfache Ja-Nein-Liste vermuten lässt.

AnbieterSchufa-PrüfungMonatliche GebührKartentypBesonderheit
Revolut StandardNein0 €Mastercard DebitkarteBis zu 100 Unterkonten möglich
bunq FreeNein0 €Mastercard DebitkarteKontoeröffnung komplett ohne Bonitätsprüfung
Tomorrow NowNein (nur bei Dispo-Antrag)4 €Mastercard DebitkarteÖkologisch ausgerichtete Neobank
Vivid MoneyNein0 €Visa DebitkarteEU-Einlagensicherung statt deutscher Einlagensicherung
C24 BasiskontoNein (gesetzliches P-Konto)5,90 €Girocard + MastercardKein Dispo, keine kostenlosen Abhebungen
N26 FlexJa, weiche Anfrage mit Flex-Fallbackrund 6 bis 8,90 €Mastercard DebitkarteAutomatischer Fallback-Tarif bei abgelehnter Bonitätsprüfung
1822direkt GiroDirektJa, automatische Hintergrundabfrage0 € unter 30 Jahren oder ab 700 € Geldeingang, sonst rund 4,90 €GirocardNachfolger von 1822mobile seit Februar 2025

Revolut Standard

Revolut arbeitet in Deutschland über seine litauische Banklizenz und vergibt beim Standardkonto keinen Kreditrahmen. Deshalb entfällt die Schufa-Abfrage komplett. Die Kontoführung ist kostenlos, dazu gibt es eine Mastercard-Debitkarte. Über die App lassen sich zudem bis zu 100 Unterkonten für unterschiedliche Sparziele anlegen.

bunq Free

bunq verzichtet bei jedem Kontomodell komplett auf eine Bonitätsprüfung, auch beim kostenlosen Free-Tarif. Die niederländische Bank positioniert sich bewusst als Alternative für Menschen, die anderswo an der Schufa scheitern, und sichert Guthaben über die niederländische Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde ab.

Tomorrow Now

Tomorrow eröffnet sein Now-Konto ohne Schufa-Eintrag, die Auskunft kommt erst ins Spiel, falls du zusätzlich einen Dispokredit beantragst. Die Kontoeröffnung läuft per Video-Ident und dauert nach Angaben der Bank rund acht Minuten, monatlich kostet das Konto 4 Euro.

Vivid Money

Vivid Money übernahm nach der Insolvenz der Neobank Nuri, dem früheren Bitwala, im Jahr 2022 einen Teil von deren Kundschaft und positioniert sich seither als Schufa-freie Alternative mit kostenloser Kontoführung. Statt der gesetzlichen deutschen Einlagensicherung greift bei Vivid die EU-weite Einlagensicherung, was bei der Anbieterwahl eine Rolle spielen kann.

C24 Basiskonto

C24 verdient hier eine genauere Erklärung, denn der Anbieter führt zwei unterschiedliche Konten. Das reguläre C24-Konto prüft die Schufa und kann bei negativer Bonität abgelehnt werden, das C24 Basiskonto dagegen läuft als gesetzliches Pfändungsschutzkonto grundsätzlich ohne Schufa-Prüfung. Dafür verlangt die Bank 5,90 Euro Kontoführungsgebühr im Monat und bietet weder Dispo noch kostenlose Barabhebungen.

N26 Flex

N26 prüft bei jeder Kontoeröffnung deine Bonität, zunächst aber nur über eine weiche Anfrage ohne Auswirkung auf deinen Score. Fällt die Prüfung negativ aus, schaltet die Bank automatisch auf den Flex-Tarif um, mit dem du trotzdem am Zahlungsverkehr teilnimmst, nur eben ohne Dispo und ohne Kreditkarte.

1822direkt GiroDirekt

Das frühere Angebot 1822mobile gibt es seit Februar 2025 nicht mehr als eigenständiges Produkt, es ist im neuen Einheitskonto 1822direkt GiroDirekt aufgegangen. Die Bank führt im Hintergrund automatisch eine Schufa-Abfrage durch, muss dir aber wie jedes deutsche Kreditinstitut auf Wunsch ein Basiskonto einrichten, wenn die reguläre Bonitätsprüfung negativ ausfällt.

Was ist ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) und wann brauchst du eines?

Pfändungsfreier Grundfreibetrag auf dem P-Konto: 1.590 Euro pro Monat
Der Grundfreibetrag steigt seit Juli 2026 automatisch mit den Lebenshaltungskosten und lässt sich bei Unterhaltspflichten weiter erhöhen.

Ein P-Konto schützt dein Guthaben automatisch vor einer Kontopfändung, während ein normales Girokonto bei einer Pfändung komplett gesperrt werden kann. Seit dem 1. Juli 2026 sind pro Monat 1.590 Euro vor Pfändungen geschützt, dieser Grundfreibetrag wird jährlich an die Lebenshaltungskosten angepasst. Für Unterhaltspflichten erhöht sich der Freibetrag zusätzlich: für die erste unterhaltsberechtigte Person um 597,42 Euro, für jede weitere Person um 332,83 Euro im Monat.

Jede Bank in Deutschland muss ein bestehendes Girokonto auf Antrag kostenlos in ein P-Konto umwandeln. Das gilt auch für die Basiskonten und Neobank-Konten aus diesem Artikel. Pro Person ist dabei immer nur ein einziges P-Konto erlaubt, ein zweites bei einem anderen Institut geht nicht gleichzeitig. Wer mit einer Pfändung rechnet, sollte die Umwandlung frühzeitig beantragen. Der Schutz wirkt nämlich erst ab dem Zeitpunkt der Umstellung.

Häufige Fragen zum Girokonto ohne Schufa

Die häufigsten Fragen rund um ein Girokonto ohne Schufa beantworten wir dir kompakt in diesem Abschnitt.

kostenloses Girokonto ohne Schufa

  • Neben zahlreichen anderen Banken bieten DKB, Cosorsbank, ING sowie viele Online-Banken ein Basiskonto zu attraktiven Konditionen an.

  • Unabhängig vom Einkommen oder der sozialen Stellung eines Verbrauchers ist jede Bank in Deutschland gesetzlich zur Vergabe eines Bankkontos verpflichtet. In bestimmten Ausnahmefällen hat die Bank jedoch das Recht, ein Basiskonto abzulehnen.

  • Viele Banken bieten ein Basiskonto ohne monatliche Kontoführungsgebühren inklusive kostenloser Girocard an. Allerdings fallen in den meisten Fällen Gebühren für das Ein- oder Auszahlen von Bargeld an. Die Höhe der Gebühren kann jede Bank selbst festlegen.

Fazit

Ein kostenloses Girokonto bleibt auch mit negativer Schufa erreichbar, entweder über das gesetzliche Basiskonto bei einer klassischen Bank oder über eine Neobank, die von vornherein auf eine harte Schufa-Abfrage verzichtet. Für die meisten Menschen mit angespannter Bonität sind Neobanken wie Revolut, bunq oder Tomorrow die einfachere Wahl, weil die Kontoeröffnung ohne Wartezeit online funktioniert. Wird selbst ein Basiskonto zu Unrecht abgelehnt, hilft eine Beschwerde bei der BaFin. Bevor du dich entscheidest, lohnt sich ein Blick auf Gebühren, Kartentyp und Abhebungsbedingungen, denn genau hier unterscheiden sich die Anbieter am stärksten.

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Max Benz

Über den Autor

Max Benz

Max Benz schreibt über Remote Work, Produktivität und Tools für ortsunabhängiges Arbeiten. Als Gründer von letsbecrazy.de hilft er Menschen, smarter zu arbeiten und mehr vom Leben zu haben.

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