Alternative zum Bausparvertrag: Diese 9 Alternativen können sich mehr lohnen

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Ein eigenes Haus zu kaufen oder zu bauen, mit großem Garten und allem drum und dran, ist das Ziel der meisten unter uns. Schon früh beginnen daher viele mit der Planung und entscheiden sich, einen Bausparvertrag abzuschließen. Warum sich Bausparen nicht immer lohnt und welche Alternativen es gibt, erfährst du hier.

Warum solltest du dich nach Alternativen zum Bausparvertrag umsehen?

Beim Bausparvertrag handelt es sich um eine Möglichkeit, frühzeitig zu sparen und sich im Vorhinein ein Darlehen mit niedrigen Zinsen zu garantieren. Auch die vermögenswirksamen Leistungen, genauso wie Wohnungsbauprämien ziehen immer mehr Kunden an. Es lohnt sich jedoch nicht in jedem Fall, einen Bausparvertrag abzuschließen. 

Wenn Bausparen nur als Geldanlage gedacht ist und ihr nicht vorhabt, eine Immobilie zu kaufen, dann gibt es Alternativen, mit besseren Zinsen, höheren Renditen und weniger Gebühren. Beim Abschluss eines Bausparvertrags wird der Zinssatz des Darlehens schon festgelegt. Dies macht nur Sinn, wenn klar ist, dass die Zinsen in Zukunft nicht niedriger sind. Wenn ihr einen Bausparvertrag abschließt, sollte dieser eine nicht zu niedrige Bausparsumme umfassen, da sonst die Gebühren im Verhältnis zu hoch sind.

Geld

Bausparvertrag Alternative: Diese 9 Alternativen zum Bausparvertrag solltest du kennen

Wer sich gegen das herkömmliche Bausparen entscheidet, aber dennoch sein Geld sicher anlegen möchte, um einen möglichst großen Nutzen zu haben, sollte sich die folgenden Alternativen zum Bausparvertrag anschauen.

Festgeldkonto

Als Festgeldkonto wird ein sogenanntes Konto bezeichnet, auf dem Festgeld angelegt wird. Daher wird es auch Zeitgeld oder Termingeld genannt. Festgeld gilt als eine der beliebtesten Formen der Geldanlagen. Hierbei wird ein Sparbetrag für einen bestimmten festgelegten Zeitraum angelegt. Der Zinssatz wird im Vorhinein bestimmt und bleibt für die Dauer der Laufzeit gleich.

Während der Laufzeit kann auf das Festgeld nicht zugegriffen werden, das heißt zum Beispiel, dass ihr kein Geld abheben könnt. Am Ende der Laufzeit bekommt ihr euer Erspartes plus die Zinsen ausgezahlt. Je länger die Laufzeit, umso höher sind die Zinsen. Ein Tagesgeldkonto hat im Vergleich deutlich niedrigere Zinsen. Anders als beim Bausparvertrag geht es hier nicht darum, eine Immobilie zu finanzieren, sondern um eine Geldanlage ohne bestimmten Zweck.

Das angelegte Kapital ist dabei sicher. Bei einem Festgeldkonto fallen keine Kosten an. Auch wenn man während der Laufzeit keinen Zugriff auf das Geld hat, kann man selber das Kapital und auch die Dauer bestimmen.

Zinsen: 0,15 % bis 1,8 %, abhängig von der Bank und Laufzeit, je länger die Laufzeit, desto höher der Zins
Laufzeit: In der Regel ab 1 Monat bis zu 10 Jahren
Rendite: ca. 4 %
Laufende Gebühren: Im Normalfall keine Gebühren
Einlagensicherung: Festgeld bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank mit Sitz in der EU ist per Einlagensicherung abgesichert.

Tagesgeldkonto

Wie der Name schon sagt, wird bei einem Tagesgeldkonto das Geld auf einem Konto angelegt, mit täglich wechselndem Zins. Dabei gibt es keine festgelegte Laufzeit, das Konto kann täglich gekündigt werden. Du kannst jederzeit auf dein Geld zugreifen, das heißt abheben, genauso wie mehr einzahlen. Du hast dabei jedoch keine Karte, wie bei einem Girokonto, kannst also keine Überweisungen, sowie Zahlungen tätigen.

Wenn du dich nun fragst, warum ein Tagesgeldkonto statt einem herkömmlichen Sparkonto gewählt werden sollte, dann kannst du dir die Zinsen anschauen. Bei einem Tagesgeldkonto bekommst du einen besseren Zinssatz und kannst so höhere Rendite erzielen. Du entscheidest, ob du die Zinsen monatlich oder vierteljährlich ausgezahlt bekommst. Auch eine Auszahlung pro Jahr ist möglich.

Ein Tagesgeldkonto ist eine flexible Lösung für alle, die unverbindlich Geld anlegen möchten. Wenn du nicht vorhast, eine Immobilie zu finanzieren, dann lohnt es sich eventuell nicht, einen Bausparvertrag abzuschließen. Ein Tagesgeldkonto kann eine gute Alternative sein.

Zinsen: Bis zu 0,55 % p.a.
Laufzeit: Kein bestimmter Zeitraum, kann täglich gekündigt werden
Rendite: Nicht so hoch wie bei einem Festgeldkonto
Laufende Gebühren: Keine
Einlagensicherung: Tagesgeld ist bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank mit Sitz in der EU per Einlagensicherung abgesichert.

P2P-Kredite

Peer-to-Peer-Kredite, sogenannte P2P-Kredite, sind keine Kredite, die von einer Bank gegeben werden. Du als Privatperson wirst sozusagen zur Bank und agierst als Kreditgeber. Der ganze Vorgang läuft über Plattformen. Derjenige, der Geld anlegen möchte, kann sich das Projekt, in das er investieren möchte, aussuchen und mit dem Kreditnehmer Kontakt aufnehmen. Kreditnehmer sind meist Unternehmen, die monatlich die ausgemachte Rate plus Zins zurückzahlen.

Zwar läuft der ganze Prozess nicht direkt mit einer Bank ab, aber ganz ohne geht es nicht, da gesetzlich nur Banken Kredite vergeben dürfen. Dein Gewinn daran sind die Zinsen, die der Kreditnehmer bezahlen muss. Peer-to-Peer-Kredite sind flexibler als andere Geldanlagen, da du die Laufzeit und die Anlagesumme ganz allein bestimmst. Die Freiheit, die dir diese Art der Anlage gibt, hat auch ihre Risiken, da dein Geld nicht abgesichert ist, auch wenn die Plattform als Vermittler zur Verfügung steht.

Zinsen: 10 bis 20 %
Laufzeit: Je nach zu finanzierendem Projekt
Rendite: 4 bis 6 %
Laufende Gebühren: Gebühren werden vom Kreditnehmer bezahlt, selten wird eine Gebühr von 1% berechnet.
Einlagensicherung: Keine Sicherung

Fondssparen

Während beim Bausparvertrag Geld mit einem sicheren Zins angelegt werden kann, so gibt es auch die Möglichkeit Aktien zu kaufen. Wer sich nicht so gut damit auskennt, kann auch in Fonds investieren. Viele Banken bieten sogenanntes Fondssparen an. Hierbei zahlt man monatlich 50 € (bei manchen Banken auch schon ab 25 €) ein und ein Vermittler kauft mehrere Fonds. Da viele verschiedene Fonds gekauft werden, reduziert sich das Risiko.

Auf einem Konto kannst du jederzeit dein Guthaben einsehen und auch jederzeit aussteigen. Jedoch lohnt sich Fondssparen erst nach ein paar Jahren und der Ausstieg sollte gut durchdacht sein. Mit Fondssparen kannst du bis zu 9 % Rendite und mehr machen. Während beim Bausparvertrag in ein bestimmtes Projekt investiert wird, dient das Fondssparen zum langfristigen Vermögensaufbau und eignet sich vor allem für Familien. Auch wenn ein Risiko besteht, so hält sich dieses in Grenzen und das Beste ist, dass du nur monatlich eine Rate zahlen musst und die Bank für dich arbeitet.

Zinsen: Keine festen Zinsen
Laufzeit: Zwischen 3 und 9 Jahren empfohlen
Rendite: ca. 9 % pro Jahr, keine Garantie
Laufende Gebühren: Je nach Vermittler/ Bank bis zu 1,5 bis 2,5 %
Einlagensicherung: Keine Sicherung

Fonds

Sparbriefe

Eine weitere Alternative zum Bausparen sind Sparbriefe. Vor allem wegen den den heutzutage niedrigen Zinsen, lohnt es sich eine langfristige Geldanlage zu machen, die einen festen Zinssatz bietet. Sparbriefe funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Wertpapiere. 

Ihr verleiht euer Geld an die Bank und bekommt im Gegenzug eine Urkunde. Die Laufzeit und der Zins sind festgelegt. Am Ende der Laufzeit bekommt ihr euer Geld automatisch zurück, zuzüglich aller Zinsen, die über die Jahre angefallen sind. Ist der Zinssatz gut, lohnt es sich eine lange Laufzeit einzugehen. Herrscht aktuell ein niedriger Zins, sollte diese hingegen nicht zu lange sein.

Das Vorgehen läuft automatisch ab und muss auch nicht gekündigt werden. Die Rendite entspricht dem Zins, da die Auszahlung einmalig am Ende erfolgt. Denkt daran, dass die Zinsen am Ende versteuert werden müssen. Während der Laufzeit könnt ihr nicht auf euer Geld zugreifen. Wer Kapital hat und nichts finanzieren möchte, kann sich Gedanken über Sparbriefe machen.

Zinsen: Bis zu 1 %
Laufzeit: 1 bis 10 Jahre
Rendite: Bis zu 1 %
Laufende Gebühren: Keine
Einlagensicherung: Bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank in der EU per Einlagensicherung gesichert.

Wohn-Riester

Wenn du dir schon einmal überlegt hast, einen Bausparvertrag abzuschließen, dann bist du bestimmt schon auf Wohn-Riester gestoßen. Riester kennen die meisten von der Rente und darum geht es auch. Es geht darum, eine Zusatzrente zu finanzieren oder eine Immobilie abzubezahlen, um im Alter ein Eigenheim nutzen zu können.

Aber seit 2008 gibt es Riester auch als Bausparen. Das Bausparen mit Riester lohnt sich nur, wenn sicher ist, dass in maximal 10 Jahren eine Immobilie gekauft oder gebaut werden möchte. Zugang zum Geld bekommt man nur, wenn man ein Haus, eine Wohnung oder ein Eigenheim finanzieren möchte. Als Alternative kann man das Guthaben auch auf die Riester-Rente übertragen. Ihr könnt Riester aber nicht einfach kündigen.

Riester kann sowohl mit vorheriger Einzahlung, als auch nachträglich abgeschlossen werden. Auch bei Wohn-Riester können vermögenswirksame Leistungen beantragt werden.

Zinsen: 0,25 %
Laufzeit: Darlehen muss bis 68 Jahre zurückgezahlt werden
Rendite: 2,7 %
Laufende Gebühren: Abschlussgebühr von 1 % der Bausparsumme
Einlagensicherung: Bis zu 100.000 € sind pro Kunde und Bank in der EU per Einlagensicherung gesichert.

Geld

ETF-Sparplan

Der ETF-Sparplan lohnt sich für alle, die bei Abschluss kein großes Kapital haben. Mit einer monatlichen Rate ab 25 € ist es möglich, in Aktienfonds zu investieren. ETF bedeutet “exchange trading funds”. Das Prinzip ist ähnlich wie das des Fondssparplans, nur werden hier auch in Aktienfonds investiert. Dabei fallen geringere Gebühren an, da der Vorgang nicht von einem Spezialist geregelt wird, sondern automatisch erfolgt.

Das Risiko ist dabei sehr gering, da viele Anleger in die Fonds investieren. Die geringen Gebühren machen den ETF-Sparplan dabei zu einem verlockenden Angebot. Du allein bestimmst die Laufzeit und kannst auch jederzeit kündigen. Die meisten investieren jedoch bis zu 15 Jahre in Aktien. Grob überschlagen kann man mit einer Rendite von 0,1 bis 0,2 % pro Jahr rechnen. Bei einem ETF-Sparplan gebt ihr im Prinzip Geld weiter, um es verwalten zu lassen und legt Geld an.

Zinsen: Keine Zinsen
Laufzeit: Keine festgelegte Laufzeit, Kündigung jederzeit möglich
Rendite: 0,1 bis 0,2% pro Jahr
Laufende Gebühren: 0,1 bis 0,5%
Einlagensicherung: Keine Einlagensicherung, geschützt durch “treuhänderische Verwaltung”

Anleihen

Anleihen sind sogenannte Wertpapiere. Du fungierst dabei als Gläubiger und kaufst ein Wertpapier, das heißt, du leihst der Bank dein Geld und erhältst dafür eine Urkunde, die als Garantie dient. Die Laufzeit wird im Vorhinein bestimmt. Der Zins wird alle 6 Monate oder pro Jahr ausgezahlt. Dies hat den Vorteil, dass der Zins weiter verzinst wird. Es gibt Anleihen mit einem festgelegten Zins oder nicht, hier passt sich der Zins dem aktuellen Zinssatz an.

Wertpapiere hängen vom aktuellen Kurs ab und werden daher in Prozent ausgezahlt. Am Ende der Laufzeit zahlt die Bank den vollen Betrag aus. Dieser Vorgang läuft automatisch und muss nicht gekündigt werden. Anleihen dienen als gute Kapitalanlage, da damit der Staat oder Unternehmen an der Börse arbeiten können. Je nach Bonität bekommt ihr höhere oder niedrigere Zinsen. Im Gegensatz dazu, selbst Aktien zu kaufen und ein Risiko einzugehen, sind die Renditen nicht so hoch, dennoch habt ihr hundertprozentige Sicherheit.

Zinsen: Abhängig vom aktuellen Kurs
Laufzeit: Meist mehrere Jahre, kann individuell geklärt werden
Rendite: Abhängig vom Zins
Laufende Gebühren: Keine
Einlagensicherung: Keine Sicherung

Geld für Eigenheim

Sparbuch

Das Sparbuch ist die älteste Form der Geldanlage, die wir kennen, wird aber aufgrund des niedrigen Zins immer unattraktiver. Die Idee dahinter ist, dass Geldanleger ihr Geld auf die Bank bringen. Mit diesem Geld hat die Bank die Möglichkeit, zu arbeiten. Viele kennen das Sparbuch als kleines rotes oder blaues Büchlein, in dem die Buchungen notiert werden. Heute wird den Kunden meist eine Sparcard ausgestellt. Diese hat aber nicht dieselben Funktionen wie eine EC-Karte. Sollte das herkömmliche Büchlein verwendet werden, dann achtet darauf, dass dieses nicht mit einem PIN oder einer TAN geschützt ist.

Ihr könnt jederzeit auf euer Geld zugreifen, die maximale Abhebesumme pro Monat beträgt 2.000 €. Einzahlungen können jederzeit und beliebig getätigt werden. Die Kündigungsfrist beläuft sich auf 3 Monate. Auch wenn das Sparbuch als sichere Geldanlage gilt, so täuscht dies. Der niedrige Zins und die steigende Inflation führen insgesamt zu einem Wertverlust. Flexibilität ist bei einem Sparbuch kaum gegeben. Im Vergleich kann das Tagesgeldkonto als modernes Sparbuch verstanden werden und hat deutlich mehr Vorteile. Die Zinsen variieren pro Jahr. Das Sparbuch ist als Alternative nicht unbedingt zu empfehlen, da die Zinsen beim Bausparvertrag höher sind. Dennoch ist es wichtig, alle Optionen zu kennen.

Zinsen: 0,01 %
Laufzeit: 6 Monate Mindestlaufzeit, 3 Monate Kündigungsfrist
Rendite: Gering
Laufende Gebühren: Keine
Einlagensicherung: Bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank in der EU sind per Einlagensicherung abgesichert.

War die passende Bausparvertrag-Alternative dabei?

Egal, ob es um ein Projekt geht, das man finanzieren möchte oder um eine einfache Geldanlage. Unser Kapital zu vermehren, sollte das Ziel von jedem sein, um der Inflation entgegen zu treten. Bausparen ist schon lange nicht mehr die einzige Möglichkeit. Es gibt jede Menge Alternative zum Bausparvertrag, mit denen du pro Jahr atemberaubende Rendite erzielen kannst.

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